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Der Ölpreis – steht uns eine ganz unvermutete Krise bevor?

9 September 2016

Nach einer zwischenzeitlichen Abwärtsbewegung zeigen die Pfeile wieder nach oben: Sowohl Brent als auch WTI haben kräftig zugelegt. Mögen kurzfristig andere Gründe eine Rolle spielen, auf lange Sicht gesehen hegen die Experten von HSBC eine ganze andere Befürchtung: Das schwarze Gold wird knapp.

Bestände sinken – Ölpreise steigen

Die Sorte Brent konnte die 50-US-Dollar-Marke wieder knacken, nachdem in den letzten Tagen die 46 US-Dollar für das Barrel nach unten durchbrochen wurden. Bei WTI stellt sich die Situation ähnlich dar, aktuell bewegt sich der Preis in Richtung 48 US-Dollar für das Fass, was einen schönen Anstieg von den 43 US-Dollar je Barrel am 1. September darstellt. Einerseits dürften die Gespräche zwischen Russland und Saudi-Arabien dazu beigetragen haben, auch wenn eine konkrete Einigung auf ein Preisniveau noch nicht erfolgt ist. Andererseits treiben die drastisch gesunkenen Rohöl-Lagerbestände in den USA die Preise nach oben. Hier ist noch ein ordentliches Potenzial drin.

Ölflut vs. knappe Ressource – die Langfrist-Prognose

Während sich die Experten in den letzten Monaten den Kopf über die schwache Nachfrage angesichts der Produktionsüberschüsse zerbrachen, lässt ein Forschungsbericht der HSBC für die Zukunft nichts Gutes erwarten: Die neu entdeckten Ölvorkommen können sowohl in Bezug auf ihre Anzahl als auch auf Ihr Volumen mit einstigen Größen bei Weitem nicht mehr mithalten. Wurden einst Vorkommen erschlossen, die zwischen 500 und 1.000 Millionen Fässer abwarfen, waren es im Jahr 2015 gerade einmal 75 Millionen Barrel.

Allein diese Zahlen machen klar, dass die Überschusskapazität ab 2017 drastisch sinken wird, nämlich auf rund ein Prozent der weltweiten Nachfrage. Diese wiederum steigt pro Tag um eine Million Fässer – allen neuen Technologien zum Trotz. Experten erwarten erst für 2040, dass die Nachfrage spürbar zurückgehen wird. Damit wird auch die kaschierende Wirkung der neuen Produktionsprozesse, die die Effizienz steigern konnten, nach und nach verpuffen: Die Vorkommen werden kleiner, die natürliche Ressource ist eben nur endlich vorhanden.

Vorausschauend planen – Alternativen suchen

Das Gutachten der HSBC macht klar, dass wir uns wohl in den letzten Monaten mit Luxusproblemen befasst haben: mit Ölpreisen weit unter 50 US-Dollar für das Barrel. Für die anstehende Wintersaison sollten Betreiber von Ölheizungen kurzfristig Vorräte anlegen und dabei die Schwankungen ausnutzen. Langfristig empfehlen sich wohl Alternativen, bei denen es in den nächsten Jahren wohl eine immer größere Auswahl geben wird. Es wird Zeit zum Umdenken – nicht nur der Umwelt zuliebe.