Home » oelpreis-news

Auch Ölpreis unter Druck – Zinsanhebung verstärkt Abwärtsbewegung

16 Dezember 2016

Hatten sich die Preise für Öl nach der OPEC-Einigung so langsam nach oben bewegt, dämpften die Prognosen für die US-Lagerbestände diesen Optimismus wieder ein. Als dann die FED auch noch mit ihrer Mini-Zinsanhebung ein Zeichen setzte, gab es im Ölpreis wieder einen Ruck nach unten.

Widersprüchliche Erwartungen – US-Lagerbestand doch gesunken

Die Freude der Ölproduzenten konnte nur kurz währen: Nach der Einigung zur Drosselung der Ölproduktion, für die auch die Nichtmitglieder der OPEC gewonnen werden konnte, stiegen die Ölpreise kurzfristig an. Brent konnte kurz über 57 US-Dollar und WTI über 54 US-Dollar für das Fass steigen. In den letzten Tagen ging es allerdings wieder bergab, auch wenn die Rohöllagerbestände in den Vereinigten Staaten von Amerika deutlicher gesunken sind, als dies im Vorfeld erwartet worden war. Innerhalb der letzten Woche schrumpften die Bestände auf 483 Millionen Barrel, was den vierten Rückgang in Serie darstellt.

Der Ölpreis befand sich also schon im Rückwärtsgang, als die FED mit ihrer Zinsanhebung um 25 Basispunkte vor die Presse trat. Der in der Folge deutlich stärkere US-Dollar setzte die Rohstoffe erwartungsgemäß unter Druck, sowohl die Edelmetalle als auch die Preise für Öl mussten weitere Rücksetzer hinnehmen. Aktuell notiert Brent Oil bei 54 US-Dollar je Barrel und WTI schafft es gerade einmal über 51 US-Dollar für das Fass – die Preissteigerungen mussten also wieder abgegeben werden.

Das Umfeld für Öl – USA steigern Produktion

Da nicht einmal die drastisch gesunkenen Bestände an Rohöl eine Wirkung im Ölpreis hinterließen, müssen die Impulse an anderer Stelle gesucht werden: Einerseits steigen nämlich die Vorräte in Cushing, andererseits wurde die US-Ölproduktion hochgefahren. Seit September, als ein Tiefststand zu verzeichnen war, ist in den USA eine Produktionssteigerung um 200.000 Barrel pro Tag zu verzeichnen. Bei allen Bemühungen der OPEC bleibt die Überversorgung um rund 1,24 Millionen Barrel pro Tag also bestehen, kommt es hier nicht zu einer tatsächlichen Kürzung. Die steht erst für Januar an – zumindest in der Theorie, die Praxis wird es zeigen müssen.

In den nächsten Tagen können deutsche Autofahrer also ganz entspannt zur Tankstelle fahren: Sollte es hier größere Preissprünge im Laufe eines Tages geben, ist dies der Preispolitik des Anbieters geschuldet. Wenn es eine nachhaltige Preissteigerung geben soll, dann ist damit erst im neuen Jahr zu rechnen, falls sich alle Beteiligten an die getroffenen Absprachen halten – und das bleibt abzuwarten.