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Aussichten auf Freeze treiben Ölpreise nach oben – hält Schwung weiter an?

7 Oktober 2016

Schrumpfende Lagerbestände in den USA befeuerten den Ölpreis-Anstieg erneut, es geht weiter bergauf – oder doch nicht? Am grundsätzlichen globalen Überangebot hat sich de facto nichts geändert.

Ölmarkt weiter auf dem Höhenflug

Es wurden die bisherigen Jahreshöchstmarken erreicht, seit der Ölpreis von der Hoffnung auf eine Förderquotenregulierung durch die OPEC einen enormen Auftrieb durchläuft: Die Sorte Brent konnte sich von 45 US-Dollar für das Barrel auf über 52 US-Dollar je Fass aufschwingen und scheint damit ebenso wenig am Ende der Fahnenstange angelangt zu sein, wie das für WTI mit einer Entwicklung von 44 auf über 50 US-Dollar je Barrel zutrifft. Der Schwung flaute zwischenzeitlich deutlich ab, denn die vermeintliche Einigung der OPEC ist bislang nicht mehr als eine Willenserklärung, die erst noch mit Leben erfüllt werden muss. Davor stehen die zu erwartenden harten Diskussionen um die Verteilung der Quoten an, die erst beim nächsten OPEC-Treffen im November auf der Tagesordnung stehen.

Einen zusätzlichen Impuls erhielt der Ölpreisanstieg, als die Daten zu den US-Rohölvorräten bekanntgegeben wurden: Das American Petroleum Institute konstatierte einen Abbau, der so drastisch nicht erwartet worden war. Um 7,6 Millionen Barrel schrumpften die Vorräte, nachdem die Importe um 850.000 Barrel pro Tag reduziert wurden und sich nun auf einem Niveau von 7 Millionen Barrel pro Tag bewegen. Der Blick muss aber tiefer gehen, denn die Rückgänge der Importe sind einerseits dem Schieferölboom, der zwischenzeitlich unter dem stark gefallenen Ölpreis gelitten hatte, geschuldet – und andererseits der schwachen Nachfrage aus der Wirtschaft. Die Bestände waren dementsprechend angeschwollen und wurden nun abgebaut. Die globale Situation ist davon unberührt, denn die extrem hohen Förderquoten fluten den Ölmarkt weiterhin.

Wichtige Marken für die nächsten Tage – die Charts

Für Brent gelten 52 US-Dollar für das Barrel als wichtige Marke, hier wurde eine Widerstandslinie nach oben durchbrochen. Hält dieser Trend an, dann sind auch 53 und in der Folge 55 US-Dollar für das Fass möglich. Nach unten ist mit einer Unterstützung bei 50 US-Dollar für das Fass zu rechnen, deren Unterschreiten kritisch werden könnte. Bei WTI stellt sich die Situation ähnlich dar, der wichtige Widerstand bei 50 US-Dollar für das Barrel wurde gebrochen und sorgt für leichten Optimismus. Unterstützung ist bei 48 US-Dollar je Fass zu erwarten. Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung ist und bleibt die OPEC: Schaffen die Mitgliedsstaaten die Umsetzung ihrer Beschlüsse, dürfte der Ölpreis explodieren.