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Das große Wettpumpen – bleibt das Öl billig?

14 Juli 2017

Es geht durchaus auf und ab im Ölpreis, aber das auf einem Niveau, das allen Autofahrern entgegenkommen dürfte. Auch wenn Bestände schrumpfen, laufen die Pumpen derzeit auf Hochtouren – sowohl in den USA als auch bei der OPEC.

Ölpreis bleibt unter Druck – von einigen Ausflügen abgesehen

Nach einer kräftigen Korrektur im letzten Monat konnten sich die Ölpreise wieder erholen, Brent kratzte die Marke von 50 US-Dollar für das Fass, bevor wieder eine Gegenbewegung einsetzte. Diese Entwicklung ist symptomatisch für die Situation: Bei allen Bewegungen in den Rohölbeständen existiert eine enormes Überangebot, das nicht zuletzt auf den Kampf zweiter Lager zurückzuführen ist. Bemühen sich die OPEC-Mitgliedsländer mit ihren Restriktionen in Bezug auf die Fördermengen darum, den Ölpreis zu stabilisieren, grätscht die US-Fracking-Industrie direkt hinein. Sobald ein kleiner Anstieg beim Ölpreis zu verzeichnen ist, wird das Schiefer ohne Rücksicht auf Verluste ausgepresst. Unter dem Strich geht es also um die Neuverteilung des Ölmarktes, den die OPEC-Länder längst nicht mehr im Griff haben: Je mehr sie sich aus strategischen Gründen zurückziehen, desto schneller stoßen die Fracking-Unternehmen in diese Lücken.

Die reichlich 48 US-Dollar für das Fass Brent und die knapp 46 US-Dollar für das Barrel WTI sind demnach wohl von vorläufigem Charakter – generell bleibt der Ölpreis stark unter Druck: Allein in den USA sind 763 Fracking-Anlagen in Betrieb, was den höchsten Stand seit 2015 markiert. Auch die OPEC steht nicht nach, denn Im Juni wurden entgegen aller Maßnahmen rund 280.000 Barrel pro Tag mehr produziert – es sollten 800.000 weniger sein. Da Libyen und Nigeria weiter forcieren und die US-Produzenten sich längst auf die niedrigen Ölpreise eingestellt haben – es zeichnet sich also eine wahre Ölflut ab.

Die Charts mit den kurzfristigen Marken

Die Sorte Brent wird sich schwer mit dem Widerstand bei knapp 50 US-Dollar je Barrel tun, aber erst ein kräftiger Anstieg darüber hinaus würde auf eine Trendwende hindeuten. Kritischer sieht es nach unten aus: Fällt der Ölpreis unter 47 und in der Folge unter 46 US-Dollar je Barrel, kann es noch drastisch weiter gehen. Hier kann erst von einer Entspannung gesprochen werden, wenn die 48 US-Dollar je Barrel deutlich überschritten werden. Sollte WTI jedoch billiger als 44 US-Dollar je Barrel werden, kann es auch bis auf 40 US-Dollar durchsacken.

Für Autofahrer bleiben die Märkte also freundlich – und die nächste Heizperiode kommt garantiert.