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Der Kampf um das schwarze Gold geht weiter

30 Dezember 2014

Der Rohölpreis ist auch über die Weihnachtsfeiertage weiter gesunken. Die amerikanische Ölsorte WTI (Western Texas Intermediate) wird aktuell mit 55,50 US Dollar pro Barrel gehandelt und hat somit weitere vier US Dollar verloren. Ebenso leichter notiert der der europäische Brent Crude. Er verlor gut 3 US Dollar und wird nun mit 59,40 US Doller gehandelt.

Kampfansage der OPEC Staaten an die USA und den europäischen Brent Crude

Die Amerikaner haben sich in diesem Jahr, aufgrund des umstrittenen Frackings, zum größten Rohöllieferanten der Welt aufgestiegen. Die Lockerung des amerikanischen Gesetzes, welches seit diesem Jahr auch den Export von Erdöl erlaubt, sollte viel Geld in die amerikanischen Kassen spülen. Bis zur Jahresmitte schien dieser Plan voll aufzugehen, denn die Ölpreise notierten stabil über 100 US Dollar pro Barrel. Anschließend kannte der Ölpreis nur eine Richtung, die Reise ging nach Süden. Somit stehen die amerikanischen Ölproduzenten extrem unter Druck, denn sie benötigen für eine lukrative Förderung, einen Marktpreis von mindestens 80 US Dollar. Damit der Rohölpreis wieder steigt, müsste jedoch die Fördermenge eingedämmt werden. Der Sprecher des arabischen Ölkartells Opec, Ali Al-Naimi hat am Montag verkündet, dass es eine Drosselung der Fördermenge nicht geben wird. Wörtlich sagte „Es spielt keine Rolle, ob der Preis auf 20, 40, 50 oder 60 Dollar sinkt. Wir werden unsere Fördermenge nicht drosseln“. Das ist nicht nur eine Kampfansage gegen die Vereinigten Staaten, sondern eine Kampfansage, gegen das teure Fracking. Jedoch sind die Opec Staaten in einem großen Maße von den Ölexporten abhängig. Saudi Arabien finanziert einen Großteil seines Bruttoinlandsproduktes durch den Verkauf des schwarzen Goldes. Jedoch verfügt das reiche Land über genügend Reserven, um eine längere Durststrecke zu überwinden. Ganz anders geht es den meisten anderen Opec Ländern. Der Iran, Irak oder auch Libanon benötigen die Devisen dringend. Genau dies ist es, worauf die Saudis abzielen, werden diese Länder weiter geschwächt, so können die Vereinigten Emirate die Region kontrollieren. Dieser Preiskrieg ist viel mehr als nur der Kampf um die beste Marktposition. Hier werden geopolitische Konflikte ausgefochten die zu großen Spannungen führen können.

Anlegern sollten vorsichtig handeln. Sollte sich der Rohölpreis der 50 US Dollar Marke nähern, so ist mit massivem Widerstand zu rechnen. Es gibt einige Optionsscheine auf dem Markt, welche hohe Gewinne versprechen und sechs bis zwölf Monate laufen. Hierbei sollte der untere Knockout mindestens bei 45 US Dollar angesetzt werden, die obere Barriere kann bei 100 USD oder mehr liegen.

Heizöl und Kraftstoff

Trotz des heftigen Wintereinbruchs am Wochenende sind die Heizölpreise so günstig wie lange nicht. Wer noch Platz im Tank hat, kann diesen ruhigen Gewissens befüllen. Selbst die Autofahrer konnten sich während der Feiertage über den niedrigsten Kraftstoffpreis des Jahres freuen. Dieser wird sich auch zum Jahreswechsel kaum verändern.