Home » oelpreis-news

Der Ölpreis bewegt sich – konsequent seitwärts

4 September 2015

Hartnäckig stemmen sich sowohl WTI als auch Brent gegen den Preisverfall und profitierten einmal mehr von der lockeren EZB-Politik: Schon die Ankündigung, an den extrem niedrigen Zinsen festhalten zu wollen, reichte aus, um beiden Sorten einen Auftrieb zu geben – allerdings nur mit kurzfristiger Wirkung.

Widersprüchliche Signale – Ölpreis ohne klare Richtung

Konnte der Ölpreis in der Sorte Brent am Dienstag noch die 54 US-Dollar je Barrel reißen und für die Sorte WTI zumindest die 49 US-Dollar touchieren, folgte die Ernüchterung auf dem Fuße: die Korrektur auf 48 bzw. 43 US-Dollar je Barrel. Ein kleines Aufbäumen am Donnerstag konnte am allgemeinen Seitwärtstrend auch nichts ändern, aktuell notieren die Sorten bei 50,8 (Brent) bzw. 46,9 (WTI) US-Dollar je Barrel. Die Analysten sind ratlos, selbst eine Studie der Commerzbank konstatiert, dass verlässliche Prognosen derzeit nicht zu erstellen wären. Vor allem im kurzfristigen Bereich hätten diese eine extrem kurze Halbwertzeit.

Der US-Lagerbestand gab den Experten zu denken, denn er war höher ausgefallen, als zunächst angenommen worden war – die Produktion war nämlich wegen Wartungsarbeiten deutlich zurückgefahren worden. Trotzdem konnten die Vorräte ausgebaut werden, dafür werden höhere Importe und letztendlich auch die reduzierte Verarbeitung von Rohöl verantwortlich gemacht. Unter dem Strich fehlt also die Nachfrage – was sich nahtlos in das aktuelle Bild der Weltwirtschaft einfügt. Ein weiteres Indiz sind die Ölpreise der OPEC-Länder: Diese sind im Durchschnitt auf 45,54 US-Dollar je Barrel gesunken. Die US-Arbeitsmarktdaten könnten zum Ende der Handelswoche Hinweise zur künftigen Richtung geben.

Charttechnik – Unterstützungslinien und Widerstände

Relevante Unterstützung könnte der Ölpreis in der Sorte Brent zwischen 49 und 47 US-Dollar je Barrel erhalten, für WTI zwischen 44,50 und 43,60 US-Dollar pro Fass. Als Widerstandslinien gelten die Höchstmarken der letzten Tage – der Trend geht also in Pendelbewegungen weiter seitwärts. Ohne einen kräftigen Impuls aus den großen Volkswirtschaften wird sich auch daran nichts ändern. Nicht zu vergessen ist das iranische Öl, das bei Inkrafttreten eines neuen Abkommens mit den USA auf den Markt strömen könnte. Dieses Risiko wird aber relativiert, da zum einen die Förderung erst sukzessive und begleitet von enormen Investitionen wieder hochgefahren werden muss – und für das kommende Jahr eine Belebung der Weltwirtschaft und damit steigende Nachfrage prognostiziert wird. Das bleibt abzuwarten, bislang haben sich die niedrigen Ölpreise kaum bemerkbar gemacht – zumindest an den Tankstellen ist noch Luft nach unten.