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Der Ölpreis fällt und fällt und fällt….

4 November 2016

Es ging kräftig bergab mit dem Ölpreis, die 50 US-Dollar für das Fass sind in weite Ferne gerückt. Gestiegene Lagerbestände und Rekord-Förderquoten lassen aktuell keine kurzfristige Änderung der Situation erwarten – Autofahrer und Heizölbezieher werden sich freuen.

Talfahrt im Ölpreis – Ende nicht absehbar

Mit wenig mehr als 46 US-Dollar notiert das Fass der Sorte Brent deutlich leichter, vor zwei Wochen registrierten wir noch rund 52 US-Dollar. Bei WTI stellt sich die Situation nicht anders dar, hier ist der Ölpreis sogar unter die 45-US-Dollar-Marke gefallen. Ausschlaggebend war einerseits die wachsende Skepsis in Bezug auf eine OPEC-Einigung, wie sich auch Kyle Cooper als Experte im US-Beratungsunternehmen IAF Advisors äußerte. Ende des Monats sollen die geplanten Kürzungen festgezurrt werden, allerdings sprechen die Tatsachen aktuell dagegen.

Vertreter der OPEC hatten eine neue Strategie auf die lange Sicht angekündigt, bislang blieben die Treffen der OPEC- und Nicht-OPEC-Ölproduzenten jedoch, von Absichtserklärungen einmal abgesehen, ergebnislos: Nigeria und Libyen haben im Oktober die Förderung des Ölkartells auf eine neue Rekordmarke von 33,8 Millionen Barrel pro Tag katapultiert, das sind rund 800 Millionen Barrel mehr, als ursprünglich geplant war. Der Iran kann zwar noch keine Fortschritte in der Produktion melden, wird sich aber auch nicht auf Kürzungen einlassen – die Hauptlast der Drosselung würde demnach auf Saudi-Arabien und den Golfanrainerstaaten fallen. Die sehen sich wiederum auch von anderer Seite unter Druck gesetzt, denn Russland produziert auf einem Rekordniveau: Rund 11,2 Millionen Barrel pro Tag wurden dort seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch nie verzeichnet.

US-Lagerbestände massiv angestiegen – zusätzlicher Druck auf den Preis

Als weiterer Indikator für die Ölpreis-Entwicklung gelten die Ölreserven in den USA: Mit 14,4 Millionen Barrel fiel der Anstieg der Lagerbestände rekordverdächtig aus. Seit 34 Jahren werden diese Daten erhoben, ein solcher Anstieg innerhalb einer Woche wurde seither noch nicht verzeichnet. Als Ursache wurde höhere Rohölimporte angeführt – die schwache Nachfrage aus der Wirtschaft dürfte dabei die andere Seite der Medaille darstellen.

Auch die Aussichten gestalten sich nicht rosig: Werden die 46 US-Dollar für das Barrel unterschritten, ist die nächste Unterstützung bei 42 US-Dollar zu erwarten – und das sowohl bei Brent als auch bei WTI. Es stehen aufregende Wochen bevor, die Nervosität wird vor dem OPEC-Treffen am 30. November noch zunehmen. Für Autofahrer eröffnen sich ebenso lukrative Möglichkeiten wie für Betreiber einer Ölheizung – bis Ende des Monats können sie kräftig sparen.