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IEA mit Weltenergieausblick: Volatile Ölpreise wahrscheinlich

18 November 2016

Der Ölpreis bewegt sich weiter seitwärts: Für Brent sind die 46 US-Dollar je Barrel und für WTI 45 US-Dollar je Barrel immer noch die Größen, um die sie pendeln. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert eine hohe Volatilität, es fragt sich nur, auf welchem Niveau.

Geopolitik und Nachfrage-Entwicklung mit Einfluss auf Ölpreis

Faith Birol, der Direktor der IEA, schätzte im Rahmen der Veröffentlichung des Weltenergieausblicks ein, dass sich einerseits geopolitische Entwicklungen stärker auf den Ölpreis auswirken werden, andererseits aber auch die erneuerbaren Energien ihren Einfluss ausüben. Starke Schwankungen wären damit vorprogrammiert. Sollte sich beispielsweise Fracking weiterhin durchsetzen, könnte das aktuelle Überangebot noch verstärkt werden, auch wenn die Nachfrage nach Energie weltweit bis 2040 um rund 30 Prozent wachsen dürfte. Dies sei nicht dem Treibstoffverbrauch der Fahrzeuge geschuldet, selbst bei der vermuteten Verdopplung der Anzahl in den nächsten 25 Jahren ist hier wegen der modernen Technik und der sich durchsetzenden Elektroantriebe eine sinkende Nachfrage zu erwarten.

Die Ölindustrie steht aktuell vor schwierigen Entscheidungen, so Birol: Um der wachsenden Energienachfrage gerecht zu werden, müssten sie investieren. Neue Öl-Projekte sind jedoch mit immer höheren Aufwänden verbunden, zumal Gas sowie Wind- und Solarenergie wohl die Gewinner der Entwicklung sein werden, Kohle hingegen dürfte die führende Position verlieren. Die globale Energieversorgung befindet sich also in einem Wandel, der die erneuerbaren Energien in den Vordergrund rückt.

Aktuelle Lage: Ölpreis noch unentschieden

Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen blieb der Ölmarkt von der Trump-Wahl ziemlich unbeeindruckt, doch hinter den Kulissen spielt sich bereits Wichtiges ab: Saudi-Arabien blickt misstrauisch in die USA, denn Donald Trump hatte als einen Punkt die amerikanisch Energieunabhängigkeit ausgerufen. Er wolle den Energiesektor vom Zwang der Ölkartelle befreien – hier fühlen sich wohl die richtigen Adressaten angesprochen. Die USA haben im Jahr 2015 rund 9,4 Millionen Barrel Öl pro Tag importiert – bei einem Verbrauch von rund 19,4 Millionen Barrel täglich. Rund elf Prozent des US-Ölmarktes wird von Saudi-Arabien beherrscht, insgesamt 31 Prozent von der OPEC. Die abwartende Unsicherheit lässt sich also nachvollziehen.

Im Moment zeichnen sich weder für Brent, noch für WTI kräftige Impulse ab, das übergroße Angebot drückt noch immer auf den Ölpreis. Für Autofahrer und Heizöl-Interessenten ergeben sich somit noch günstige Einkaufsgelegenheiten, sie sollten jedoch die regelmäßigen Preisschwankungen beobachten und geschickt für sich ausnutzen. Ansonsten heißt es, gespannt nach Washington zu schauen und auf Signale zu warten.