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Kurseinbruch: Rohöl fällt auf 8-Monats-Tief

3 Juni 2012

Kurseinbruch am Rohölmarkt

Die Rohölpreise stürzen diese Woche wieder deutlich ab: Die Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagabend noch 98,50 US-Dollar je Barrel – ein Minus von 8,4 Prozent gegenüber der Vorwoche. Damit fällt der Kurs erstmals seit acht Monaten unter die 100-Dollar-Marke.

Bei der US-Sorte Western Texas Intermediate ist der Rückgang mit 9,2 Prozent noch deutlicher – WTI notiert am Freitag zum Börsenschluss bei 83,18 US-Dollar je Barrel. Beide Rohöl-Sorten verlieren damit jeweils zirka 25 US-Dollar seit dem bisherigen Jahreshoch im März.

Als Ursache werden die schwachen Wirtschaftsdaten in den USA, China und Europa genannt. Der Einkaufsmanagerindex für Europa fiel deutlich schwächer als erwartet aus und fiel im Mai auf den tiefesten Stand seit drei Jahren. Der Einkaufsmanagerindex für Großbritannien brach deutlich ein. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone stieg mit 11 Prozent auf den höchsten je gemessenen Wert.

Im Rahmen der Freihandels-Vereinbarung hat Südkorea die Import-Zölle für Rohöl aus Europa gestrichen. Dadurch wird wohl der Rohölimport von europäischem Öl in Südkorea zunehmen. Im bisherigen Jahresverlauf wurden bereits 1,3 Millionen Barrel Öl von Europa nach Südkorea exportiert.

Auch in den USA enttäuschten die Konjunkturindikatoren – der Chicago-Einkaufsmanagerindex fiel auf den tiefsten Stand seit September 2009. Die Arbeitsmarktzahlen im Mai verfehlten ebenfalls die Erwartungen und stiegen leicht an.  Zudem stiegen die US-Ölvorräte in der vergangenen Woche erneut, was auf eine schwache Nachfrage hindeutet. Der Markt reagiert verstärkt auf Konjunkturdaten, die geopolitische Situation im Iran spielt derzeit nur noch eine Nebenrolle.