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Kurswechsel: Setzt die OPEC den Ölpreis rauf?

27 November 2015

Alles andere als überzeugend präsentierten sich Brent und WTI in den letzten Tagen, der Ölpreis läutete Anfang November eine Abwärtsbewegung ein und pendelt seither seitwärts. Die jüngsten Rücksetzer lassen einen weiteren Rutsch nach unten befürchten.

Allerdings kommen interessante Signale aus Saudi-Arabien, in Vorbereitung der OPEC-Tagung werden schon einmal neue Preismarken avisiert.

Die Charts: Fehlausbrüche ohne Bodenbildung

Die Ölsorte Brent ließ kurz Hoffnung aufflackern, allerdings konnte der Ausflug an die 46-US-Dollar-Marke für das Fass nicht mit Folgekäufen gestützt werden. Nun zeichnet sich ein Abrutschen auf das Niveau von 44 US-Dollar je Barrel und darunter ab. Erst ein Ansteigen auf 46,50 US-Dollar je Fass könnte die Gegenbewegung einläuten, die einen Test des Widerstandes bei 47 US-Dollar je Barrel zur Folge haben könnte. Bei WTI gestaltet sich die Situation ähnlich: Erst ab einem Ölpreis von 44,50 US-Dollar je Barrel könnte von einem weiteren Anstieg ausgegangen werden, bis dahin überwiegen die Verkaufsrisiken. Fällt WTI jedoch unter 41,30 US-Dollar für das Fass, stehen neue Tiefs ins Haus.

OPEC-Tagung in der kommenden Woche – Kurswechsel angekündigt

Mit Spannung darf auf das OPEC-Treffen geschaut werden, denn Saudi-Arabien sorgte bereits im Vorfeld für einen Paukenschlag: Die Warnungen vor künftigen Lieferengpässen, die in den fehlenden Investitionen begründet sind, klingen etwas hohl aus dieser Richtung. Das Eingeständnis, mit der bisherigen Preispolitik kräftige Wunden in die Öl-Industrie geschlagen zu haben, kommt spät. So ist die Rede von einem Preisverfall, der in diesem Ausmaß nicht vorhergesehen worden wäre und die für eine kontinuierliche Versorgung mit Öl notwendigen Investitionen stark begrenzt habe. Das neue Preisniveau soll sich zwischen 60 und 80 US-Dollar für das Fass bewegen. Hier sehen die Saudis das Potenzial, zum einen die Nachfrage anzukurbeln, ohne zum anderen zu viele Marktanteile an die regenerativen Energien abgeben zu müssen.

Die Hintergründe für eine derartige Kursänderung sind nicht nur in der im Oktober auf 10,3 Millionen Barrel pro Tag gesunkenen Fördermenge in Saudi-Arabien. Es geht auch um die chinesischen Marktanteile, um die sich Saudi-Arabien mit Russland auseinandersetzen muss, und natürlich das iranische Öl, das in absehbarer Zeit auf den Markt strömen wird. Angesichts der früheren Aussagen, dass Saudi-Arabien am eingeschlagenen Dumping-Kurs unter allen Umständen festhalten wolle, ist diese Ankündigung durchaus ernst zu nehmen. Für den Ölpreis zeichnen sich also deutlich bessere Zeiten ab – was für die Verbraucher allerdings zu höheren Belastungen führen wird.