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Öl – ist der Boden für einen Preisanstieg jetzt gefunden?

26 Februar 2016

Erst die Ankündigung einer OPEC-Förderdrosselung, dann der Rückzug und die eigenen Pläne des Iran – die Ölpreis-Entwicklung hat es in den letzten Tagen nicht an Spannung fehlen lassen: Aus dem Absturz Anfang der Woche konnte sich das schwarze Gold wieder erheben, aktuell scheint sich der Boden zu bilden – und damit die Grundlage für einen Anstieg.

Brent und WTI – Erholung nach erneutem Absturz

Wie optimistisch präsentierten sich in der letzten Woche die Vertreter Saudi-Arabiens und Russlands in Bezug auf das Einfrieren der Förderquoten – allein der Impuls währte nicht lang: Der Iran ist überhaupt nicht daran interessiert, sich eine Begrenzung verpassen zu lassen, zu viel hat das Land in der Frage der Öl-Exporte nach all den Jahren des Embargos nachzuholen. Allerdings dürften einige Förderunternehmen nach der lang anhaltenden Flaute im Ölpreis an ihre Grenzen stoßen – und zwar sowohl in Bezug auf die zurückgestellten Investitionen als auch in Bezug auf ihre Liquidität. Insolvenzen können also nicht mehr ausgeschlossen werden, die Folgen des Preisverfalls sind nicht wegzureden.

Vor diesem Hintergrund haben sich die Preise in den letzten Tagen stabilisiert: Brent arbeitete sich von unter 31 auf 36 US-Dollar je Barrel hoch und bewegt sich aktuell auf diesem Niveau seitwärts. Auch WTI konnte eine Aufwärtsbewegung von unter 30 US-Dollar auf über 33 US-Dollar für das Fass zurücklegen, das mag noch nicht viel erscheinen, angesichts der letzten Woche ist dies aber als Bodenbildung zu werten. Die Charts sind derzeit unentschieden: Für Brent ist die Marke von 32,50 US-Dollar je Barrel wichtig, ein Durchbruch nach unten könnte neue Tiefstände markieren. Werden allerdings die 35,75 und in der Folge 37 US-Dollar für das Fass überschritten, können die 40 US-Dollar je Barrel ins Auge gefasst werden. WTI hingegen sollte die 29,70 US-Dollar für das Fass nicht unterschreiten, nach oben stehen 35 US-Dollar je Barrel als entscheidende Marke für einen weiteren Anstieg.

Prognose: unentschieden mit leichter Tendenz nach oben

Derzeit sind keine entscheidenden Impulse für den Ölpreis auszumachen, es wird beim Auf und Ab bleiben. Allerdings geben die Charts einen Funken Hoffnung, dass es noch etwas nach oben gehen könnte. Wichtig sind, von der der globalen wirtschaftlichen Entwicklung einmal abgesehen, nicht die Vereinbarungen der OPEC-Länder, sondern deren tatsächliche Handlungen, die nur abgewartet werden können. Derzeit profitieren in erster Linie die Autofahrer und Heizöl-Konsumenten – und diese sollten das auch weidlich ausnutzen.