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Öl weiter im Abwärtstrend – Überproduktion schlägt durch

1 August 2016

Die Erwartungen waren hoch, die US-Lagerbestände sollten laut API kräftig gesunken sein – allerdings sah die Realität dann doch anders aus: Die Rohölvorräte erhöhten sich auf aktuell knapp 1,7 Millionen Barrel. Die Folge war logisch, der Ölpreis gab kräftig nach.

Neue Tiefs bei beiden Rohölsorten

Ganze 13 Prozent verloren WTI und Brent seit Monatsbeginn, aktuell notiert Brent bei 43 US-Dollar für das Fass, WTI kämpft um die 41 US-Dollar je Barrel. Die Lager sind voll, selbst die Benzinvorräte sind gestiegen, was an dieser Stelle keiner der Analysten auf dem Plan hatte. Sogar in den USA, wo die Benzinnachfrage in den letzten vier Wochen um rund 2,6 Prozent über der des Vorjahreszeitraums lag, wuchsen die Bestände weiter an.

Die Ursachen sind einerseits in der sich wieder normalisierenden Produktionskapazität zu finden, auch wenn der Trend der US-Produktion generell weiter nach unten zeigt. Auch die anstehende Wartungssaison in den US-Raffinerien oder der Streik in Südafrika, der die Nachfrage weiter zurückfahren dürfte, werden die grundlegende Richtung nicht stark beeinflussen: Öl wird weiter unter Druck bleiben. Denn andererseits ist die Nachfrage im Vergleich zum übergroßen Angebot ganz einfach zu gering.

Die Charts – nichts Gutes in Sicht

Für Brent Oil zeichnet sich ein Abwärtspotenzial ab, das einen Rückgang bis auf 42 und in der Folge 40 US-Dollar für das Fass auslösen könnte. Sollte eine Gegenbewegung einsetzen, trifft diese in der Region um 45 US-Dollar je Barrel auf einen kräftigten Widerstand. WTI bewegt sich aktuell um die Marke von 41 US-Dollar für das Barrel, kann aber jederzeit auf 40 US-Dollar je Fass durchrutschen. Im Gegenzug müsste WTI bei 43 US-Dollar für das Fass mit Widerstand rechnen, erst ab 45 US-Dollar je Barrel zeichnet sich eine positive Entwicklung ab.

Der Einbruch beim Ölpreis setzt naturgemäß die großen Ölkonzerne unter Druck: BP, Total und Royal Dutch Shell meldeten in den letzten Tagen einen deutlichen Gewinnrückgang. Selbst das Einfrieren von Investitionen, die Steigerung der Produktion und Kürzungen auf der Ausgabenseite konnten die Entwicklung zwar in einigen Fällen abmildern, aber nicht ausgleichen. Seit Mitte 2014 kämpft die gesamte Branche mit den Auswirkungen des Preisverfalls und ein Ende ist nicht in Sicht. Für Verbraucher hingegen eröffnen sich weiterhin gute Chancen, das Auto günstig zu tanken oder sich mit Heizölvorräten für den Winter einzudecken: Insbesondere in den nächsten Tagen sollten die Möglichkeiten genutzt werden.