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Ölpreis: 30 US-Dollar für Brent in Sicht?

7 August 2015

Es scheint der Boden noch nicht erreicht, sowohl Brent als auch WTI bewegen sich auf einem sehr niedrigen Niveau seitwärts – Tendenz fallend. Bislang fehlen die eindeutigen Impulse, auch die aktuellen Daten aus der US-Wirtschaft und aus China lassen keinen Optimismus aufkommen.

Überangebot bremst den Ölpreis ein

Zu Beginn der vergangenen Woche wurden neue Tiefs getestet: Brent rutschte unter die Marke von 50 US-Dollar je Barrel und trudelt seither zwischen 51 und 49 US-Dollar seitwärts, WTI sackte auf 45 US-Dollar je Barrel durch – und gab in der Folge weiter nach. Aktuell erweist sich die Marke von 45 US-Dollar als ein zu starker Widerstand, zumal zum enormen Überangebot auch noch eine sich abschwächende Nachfrage kommen zu scheint. Die Wirtschaft schwächt sich weltweit ab, natürlich ist der Blick in Richtung China besonders wichtig, hier werden große Mengen Rohöl verbraucht – wenn die Wirtschaft läuft. Die Datenlage wird ohnehin kritisch gesehen, denn die Wachstumsraten scheinen nicht mit der aktuellen Entwicklung zusammenzupassen.

Nicht zu vergessen ist der Iran, der sich anschickt, wieder auf dem Ölmarkt mitzumischen. Werden die Sanktionen aufgehoben, dürften kurzfristig zusätzliche 500.000 Barrel pro Tag auf den Markt drängen, eine schnelle Erhöhung der Fördermenge auf 1.000.000 Barrel pro Tag wird angestrebt, so Ölminister Bijan Zanganeh. Da die OPEC-Länder ohnehin eine tägliche Überproduktion von rund 3.000.000 Barrel verzeichnen, sind die Perspektiven für das schwarze Gold alles andere als rosig – die Marke von 30 US-Dollar pro Barrel für Brent dürfte so alles andere als eine leere Drohung der Analysten sein.

Ölpreisverfall – Saudi-Arabien muss Staatsanleihen begeben

Dies dürfte eine sehr ungewohnte Situation in Saudi-Arabien sein: Um das Staatsbudget zu sichern, werden in den nächsten Monaten Staatsanleihen in einem Volumen von 27 Milliarden US-Dollar begeben. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft sind zusammengebrochen, für die ausgewogene Finanzierung ihrer staatlichen Budgets benötigen die OPEC-Länder im Durchschnitt 100 US-Dollar je Barrel – die Realität sieht nun schon seit geraumer Zeit deutlich anders aus.

Für deutsche Autofahrer gab es zwar eine kleine Erleichterung bei den Benzinpreisen, im Verhältnis zu den extrem niedrigen Ölpreisen sind diese aber immer noch nicht nachzuvollziehen. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich Brent wieder eindeutig über die 51-Dollar-Marke bewegen kann oder weiter nach unten orientiert. Dann wird es ab 48 US-Dollar pro Barrel kritisch – aber auch davon werden wir an der Tankstelle kaum etwas spüren.