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Ölpreis als Waffe – Preiskrieg bald beendet?

29 Januar 2016

Es ging in den letzten Wochen massiv bergab: Sowohl WTI als auch Brent kosteten weniger als 28 US-Dollar pro Fass – dieses Niveau wurde seit vielen Jahren nicht mehr erreicht. In den letzten Tagen konnte sich der Ölpreis etwas stabilisieren, trotzdem gehen Analysten weiterhin von einem Niveau um die 30 US-Dollar je Barrel aus – allerdings mit heftigen Bewegungen.

Ölproduktion und Lagerkapazitäten – zwei Seiten einer Medaille

Mit sehr hohen Förderquoten sorgten die OPEC-Länder dafür, dass der Markt mit Öl geflutet wurde – allen daraus resultierenden finanziellen Problemen zum Trotz. Selbst das reiche Königreich Saudi-Arabien zieht aktuell große Finanzreserven aus weltweit verteilten Anlagen zurück, weil es die Ausfälle durch den niedrigen Ölpreis nur noch schwer kompensieren kann. Wie dramatisch die Situation in den ölproduzierenden Schwellenländern ist, zeigen die jüngsten Aktivitäten des IWF und der Weltbank: Repräsentanten sind nach Aserbaidschan gereist. Auf der Tagesordnung stehen Hilfskredite in Milliardenhöhe, es droht die Staatspleite des vom Ölpreis gebeutelten Landes. Die schnellen Maßnahmen machen deutlich, dass die Gefahr einer ganzen Pleitewelle nicht unterschätzt wird.

Auf der anderen Seite warnen Analysten vor der Verknappung von Lagerkapazitäten: Die Tanks sind voll, der Markt ist gesättigt – und der Wiedereintritt des Iran auf den Öl-Markt steht noch aus. Vor diesem Hintergrund wäre eine Drosselung der Produktion schon lange angebracht, allerdings stehen hier die politischen Interessen im Weg: War die fehlende Disziplin der OPEC-Mitgliedsstaaten einerseits ein Grund für Saudi-Arabien, die Ölquellen weiter kräftig sprudeln zu lassen, hatte das Königreich natürlich auch die Konkurrenten, vor allem die Fracking-Industrie, im Visier. Jüngste Verhandlungsergebnisse könnten nun eine Trendwende ankündigen: Russland und Saudi-Arabien signalisierten ihre Bereitschaft zur Drosselung der Ölproduktion – und schon stabilisierte sich der Ölpreis.

Die Charts – hohe Volatilität wird erwartet

Eine kräftige Pendelbewegung um die Marke von 30 US-Dollar für das Fass wird vor allem bei Brent erwartet, allerdings konnte sich die Sorte mit einem Satz nach oben auf über 35 US-Dollar je Barrel aufschwingen. Die wichtige Linie nach unten liegt beim letzten Tief um die 27 US-Dollar für das Fass. Für WTI gelten ähnliche Marken, der jüngste Anstieg endete bei knapp über 32 US-Dollar je Fass. Bestätigen sich allerdings die Meldungen um eine Produktionsdrosselung, gibt es auch hier noch Potential nach oben. Die Prognosen pendeln derzeit zwischen 20 und 40 US-Dollar je Fass – und liegen damit allesamt noch auf einem Niveau, das dem Kraftfahrer in Deutschland Freude bereitet.