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Ölpreis auf Achterbahnfahrt – Angebot übersteigt Nachfrage

10 März 2017

Es ging kräftig bergab beim Ölpreis, die Sorte Brent sackte auf 51 US-Dollar für das Barrel durch. Geschuldet ist dieser Absturz den wider Erwarten kräftig angewachsenen US-Ölreserven – und der steigenden Produktion.

Trotz OPEC-Einigung – Ölproduktion steigt weiter

War der späte Handel am Mittwoch schon überraschend, als der Ölpreis aus dem Stand um rund fünf Prozent nachgab, sollten weitere Korrekturen folgen: Von rund 56 auf 51 US-Dollar für das Fass ging es für Brent abwärts, WTI stürzte von knapp 54 auf unter 49 US-Dollar je Barrel ab – so billig war Öl seit der OPEC-Tagung am 30. November 2016 nicht mehr. Aktuell werden leichte Erholungsbewegungen gemeldet, allerdings ändert sich nichts an der grundsätzlichen Gemengelage: Die USA melden Rohölreserven von 528,4 Millionen Barrel, was einen neuen Rekord ausmacht. Auch die Zuwächse nähern sich einer Rekordmarke: Mit 8,2 Millionen Barrel pro Tag wachsen die Rohöllagerbestände in einem nie dagewesenen Tempo, die Ölproduktion beläuft sich zwischenzeitlich auf 9,1 Millionen Barrel täglich, hier werden im kommenden Jahr sogar zehn Millionen Barrel täglich erwartet, so die US-Energiebehörde.

Was sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet, brach jetzt voll durch: Die Ölproduktion ist allen Einigungen zum Trotz weiter angestiegen. Nicht zuletzt die US-Ölindustrie zeichnet dafür verantwortlich, die Warnung von Harold Hamm, dem Chef des Schieferölproduzenten Continental Resources, ist nicht zu unterschätzen. Er meinte auf einer Energiekonferenz in Houston, die zu starke Ausweitung der Produktion „could kill the oil market“ – und damit könnte er wohl Recht behalten. Ob sich die Schieferölunternehmen, die eine gravierende Erhöhung ihrer Ausgaben angekündigt haben, davon beeindrucken und von ihrer Strategie abbringen lassen, bleibt jedoch abzuwarten. Die Wirkung der OPEC-Einigung ist demnach unter dem Strich verpufft.

Gute Nachrichten für Autofahrer und Heizöl-Verbraucher

Selbst wenn sich der Ölpreis wieder leicht erholen sollte, stellt die Nachfrage ein weiteres gravierendes Problem dar: Angesichts der überbordenden Produktion müsste die Konjunktur schon kräftig anziehen, will sie dieses Überangebot nachhaltig auffangen und so zu einer Verknappung und damit Preisstabilisierung führen. Davon ist jedoch weit und breit nichts zu sehen – allen statistischen Daten zum Trotz.

Es bleibt zu hoffen, dass Autofahrer und Heizöl-Verbraucher in dieser Zeit profitieren können. Erfahrungsgemäß leiten die Mineralölkonzerne die Preisnachlässe nur zögerlich weiter. Hier empfiehlt sich strategisch kluges Vorgehen: Tanken ist beispielsweise generell am Abend günstiger, bevor nachts die Preisschraube angezogen wird und erst ab dem Mittag des Folgetages wieder mit einem Sinken zu rechnen ist.