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Ölpreis auf Achterbahnfahrt: Wie geht es weiter?

13 Januar 2017

Seit Beginn des neuen Jahres zeigt sich der Ölpreis ausgesprochen volatil, ohne dass sich eine eindeutige Tendenz abzeichnen würde. Befeuert wird die Entwicklung durch einen relativ schwachen US-Dollar, der auf die realisierte Drosselung der OPEC-Förderquote trifft.

Öl: Korrektur und Erholung im Wechselspiel

Die Erholung zum Jahresende hielt nicht lange an, allein in den letzten Tagen musste Brent einen Verlust von 2,4 Prozent hinnehmen und sackte von knapp 57 auf 53,6 US-Dollar für das Fass durch. Ähnlich präsentiert sich die Sorte WTI, hier gab der Ölpreis von mehr als 53 US-Dollar je Barrel auf weit unter 51 US-Dollar je Fass nach – bevor die Gegenbewegung einsetzte und die hatte es in sich. Aktuell notiert Brent bei knapp 56 US-Dollar für das Barrel und WTI bei knapp 53 US-Dollar für das Fass. Preistreiber dürfte vor allem der nach der Trump-Pressekonferenz schwächelnde US-Dollar sein, denn die US-Lagerbestände hätten eine weitere Abwärtsbewegung erklärt.

Selbst die Erwartungen der API wurden übertroffen, als der neue Rohöl-Bestand von 4,1 Millionen Barrel gemeldet wurde. Selbst die enorm gestiegene Rohölverarbeitung in den USA reicht nicht aus, um die extremen Lagerbestände aufzufangen: Sowohl die Bestände an Destillaten als auch an Benzin markieren neue Rekordstände. Ein Blick auf die US-Rohölproduktion liefert dann auch die Erklärung, denn derzeit werden 8,95 Millionen Barrel pro Tag hergestellt, Auch wenn ein Teil des Anstiegs auf der Korrektur der vorherigen Prognosen beruht, hätten die Zahlen durchaus den Ölpreis drücken können – weit gefehlt.

Die Aussichten: Es bleibt volatil

Die US-Energiebehörde veröffentlichte neue Prognosen, die bis 2018 reichen: Die weltweite Ölnachfrage soll demnach in den nächsten beiden Jahren weiter wachsen und zwar um ca. 1,6 Millionen Barrel pro Tag. Gleichzeitig steigt auch das US-Ölangebot auf rund 9 Millionen und im Folgejahr auf 9,3 Millionen Barrel pro Tag. Auch das Nicht-OPEC-Angebot wird sich weiter entwickeln, allerdings weniger stark als die Nachfrage. Da auch die OPEC die Förderung weiterhin reduzieren will, könnten Lagerbestände abgebaut werden – soweit die Theorie.

Kurzfristig muss sich nun zeigen, ob der Impuls durch den schwächelnden US-Dollar ausreicht: Für beide Ölsorten werden weitere Pendelbewegungen erwartet. Brent wird bei 53,50 US-Dollar unterstütz, werden die 56 US-Dollar gehalten, könnte der Preis auch bis auf 58 US-Dollar je Barrel steigen. WTI wird sich weiter zwischen 51,60 US-Dollar und 53 US-Dollar für das Fass bewegen – die Lage bleibt noch unentschieden.