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Ölpreis bislang unentschieden – weitere Seitwärtsbewegung erwartet

10 Februar 2017

Der Chef von ARAL kündigt einen Anstieg des Benzinpreises auf 1,60 Euro pro Liter an, die Deutsche Bank sieht einen weiterhin niedrigen Ölpreis von 57 US-Dollar je Barrel – die Prognosen gehen also weit auseinander. Fakt ist, dass der Ölpreis trotz aller Schwankungen seitwärts bewegt.

Ölpreis unentschieden – das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage

Seit Ende 2016 bewegt sich der Ölpreis für Brent innerhalb eines Kanals von 53 bis 57 US-Dollar um die Marke von 55 US-Dollar je Barrel – trotz aller Bemühungen der OPEC, den Preis nachhaltig nach oben zu treiben. Selbst der Preisanstieg in den letzten Tagen wurde wieder eingefangen: Brent notiert aktuell bei 55,6 US-Dollar je Barrel, WTI bei 53,1 US-Dollar für das Fass. Die leichte Erholung im Vergleich zur Wochenmitte hat allerdings überrascht, gaben die gestiegenen Lagerbestände in den USA doch eher Anlass zur Befürchtung.

Bei Rohöl weiteten sich die Bestände innerhalb der letzten Woche um 13,8 Millionen Barrel aus, anders sah dies allerdings bei den Benzinvorräten in den USA aus, die stark abgebaut werden konnten. Offensichtlich hatte die Nachfrage angezogen, sodass selbst die gesteigerte Benzinproduktion aufgefangen wurde. Unter dem Strich bleibt aber stehen, dass die Rohöl-Lagerbestände sich dem Rekordniveau aus dem Jahr 2016 annähern, was den erhöhten Importen, die von 9,4 Millionen Barrel pro Tag auf 1,1 Millionen Barrel ausgedehnt wurden, geschuldet ist. Gleichzeitig stieg die US-Produktion von Rohöl auf fast 9 Millionen Barrel pro Tag – die Angebotsseite wurde also deutlich ausgebaut, was für den Ölpreis zunächst nichts Gutes verheißt.

Prognosen uneinheitlich – Ölpreisentwicklung bleibt abzuwarten

Derzeit sind sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite in Bewegung: Einerseits geht Goldman Sachs davon aus, dass bereits in der ersten Hälfte 2017 ein Angebotsdefizit für Rohöl entstehen wird, andererseits wirft die Deutsche Bank in einer Prognose den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die steigende Energieeffizienz in die Waagschale, was zu einem Rückgang der Nachfrage für Rohöl führt. In diese Richtung weist auch die Tatsache, dass die geplante Förderkürzung durch die OPEC-Staaten bislang nur teilweise umgesetzt wurde – und das auf einem sehr hohen Niveau.

Auch wenn die Aussichten für den Ölpreis noch ungewiss sind, dürften vor allem die Mineralöl-Konzerne jede kleine Bewegung nach oben für eine Verteuerung von Benzin ausnutzen. Insoweit ist die Prognose des ARAL-Chefs also durchaus ernst zu nehmen, denn erfahrungsgemäß werden die Rückgänge beim Ölpreis an den Tankstellen nur begrenzt weitergegeben.