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Ölpreis bleibt im Abwärtskanal

24 Juli 2015

Die Tanks sind voll, das Angebot erdrückend – der Ölmarkt ächzt unter der weiterhin stabilen Produktion, die nicht auf ausreichende Nachfrage stößt. Zwar sollen sich die Voraussetzungen etwas verschieben – eine drastische Änderung der aktuellen Situation ist allerdings nicht in Sicht.

Öl im Überfluss – der Euro wird das Zünglein an der Waage sein

Die Ölpreise bewegen sich derzeit auf einem extrem niedrigen Niveau: Testet Brent die Marke von 55 US-Dollar je Barrel, sackte auch WTI auf die Unterstützungslinie von 48 US-Dollar je Barrel durch. Das neue Ziel würde dann bei 46 US-Dollar liegen, sollte sich nicht eine Gegenbewegung in Richtung 51 US-Dollar aufmachen. Für Brent-Oil hellen sich die Aussichten erst auf, wenn die 59 US-Dollar je Barrel wieder geknackt werden, ansonsten kann der Preis auch bis auf 52 US-Dollar fallen.

Ausschlaggebend ist die satte Angebotslage, die selbst die prognostizierte leichte Nachfragesteigerung bei fallenden Fördermengen im Nicht-OPEC-Raum locker auffangen kann. Für die Preisentwicklung auf dem Heizölmarkt spielt aber eine andere Größe eine wichtige Rolle: Nimmt der US-Dollar im Verhältnis zum Euro weiter Fahrt auf, weil beispielsweise eine Zinsanhebung im September angekündigt wird, verteuert sich das Heizöl für europäische Verbraucher. Die zarten Andeutungen der FED in diese Richtung können zwar noch nicht wirklich ernst genommen werden, wie ein kritischer Blick auf die US-Wirtschaftsdaten zeigt, allerdings reicht ja für drastische Marktbewegungen bereits ein Gerücht aus. Es empfiehlt sich also, den Euro/US-Dollar-Kurs im Auge zu behalten.

Weitere Aussichten: Ölpreis erst 2016 im Aufwärtstrend

Vor dem Hintergrund, dass das iranische Öl vom Markt aufgenommen werden muss, kann mit einem deutlichen Anstieg erst im nächsten Jahr gerechnet werden. Als Ursache werden die fehlenden Investitionen aufgeführt, die die Produktion verteuern könnten. Die Wirtschaftsdaten geben derzeit kaum Anlass zur Vermutung, dass die Nachfrage drastisch nach oben gehen könnte: In allen großen Industrieländern bewegen sich die Wachstumsraten auf einem niedrigen Niveau, selbst die Schwellenländer können aktuell nur begrenzte Impulse geben.

Unwägbar sind jedoch die Risiken, die aus geopolitischen Konflikten erwachsen können. Im Nahen und Mittleren Osten gewinnt der IS an Raum, Einfluss und damit auch Zugriff auf wichtige Öl-Ressourcen – was sich bislang allerdings in keiner Weise auf die Preisentwicklung durchschlägt. Für den kurzfristigen Bereich steht also in erster Linie das Währungsrisiko im Vordergrund: Verliert der Euro weiterhin an Boden, verteuern sich die Importe – Öl wird wie andere Rohstoffe auch weltweit in US-Dollar gehandelt.