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Ölpreis – das Prinzip Hoffnung

22 April 2016

Die Hoffnungen waren von vornherein begrenzt, schon vor der Konferenz in Doha waren eindeutige Absichtserklärungen laut geworden, das Einfrieren der Ölförderquoten nicht zu akzeptieren. Saudi-Arabien hatte von den OPEC-Mitgliedern, aber vor allem vom Iran ein Einlenken gefordert – und ist abschlägig beschieden worden.

Der große Schock blieb aus – Ölpreis weiter im Aufwärtstrend

Die Preise für Brent und WTI sackten am Montag kurz durch, als das ergebnislose Scheitern der Doha-Konferenz amtlich war, allerdings war dieser Einbruch nur von kurzer Dauer: Brent erholte sich von 41 US-Dollar für das Fass und konnte in der Folge bis auf 46 US-Dollar je Barrel steigen, WTI rutschte kurzzeitig unter 40 US-Dollar pro Fass und kletterte auf über 44 US-Dollar je Barrel. Auch wenn es wieder leichte Korrekturen gab, lässt sich doch nicht bestreiten: Der Ölpreis ist relativ unbeeindruckt von den Verhandlungsergebnissen, aber auch vom Ende des Streiks in Kuwait und dem damit zurückkehrenden Öl-Angebot geblieben.

Ein Kriterium für diese Resistenz dürfte die Nachricht sein, dass Russland alle Bemühungen unternimmt, um im Juni erneut die maßgeblichen Öl-Produzenten an einen Tisch zu bringen. Das originäre Interesse der russischen Föderation kann nur im steigenden Ölpreis liegen, die wirtschaftlichen Probleme durch den Preisverfall werden auch hier immer größer.

Andererseits wurde bekannt, dass die US-Öl-Produktion erneut zurückgegangen und nun unter die Grenze von 9 Millionen Barrel pro Tag gefallen ist. Das ist der dreizehnte Wochenrückgang in Folge – auf diesem niedrigen Niveau hat sich die US-Öl-Industrie schon lange nicht mehr befunden. Der Lagerbestand dürfte sich angesichts einer leicht steigenden Nachfrage also sukzessive abbauen, auch aus Russland und China werden robuste Nachfragedaten gemeldet. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die russischen und iranischen Absichten, die Öl-Förderung auszuweiten, das Überangebot wieder ausbauen können.

Die Aussichten: Pendeln im Kanal

Für beide Ölsorten wird eine Seitwärtsbewegung erwartet, die durchaus starke Schwankungen aufweisen kann. Für Brent wurde ein kräftiger Widerstand bei 44,50 US-Dollar für das Fass ausgemacht, die Unterstützung liegt bei etwa 40 US-Dollar je Barrel. WTI hingegen dürfte weiterhin zwischen 40 und 43 US-Dollar für das Fass pendeln, hat aber durchaus das Potenzial, auf bis zu 46 US-Dollar je Barrel zu steigen. Für die nächsten Tage ist ein entscheidender Durchbruch nicht zu erwarten – von kurzfristigen Ausschlägen, die sich für schnelle Investments eignen, einmal abgesehen. Sollten die Signale aus der Wirtschaft besser werden, ist der Weg nach oben für den Ölpreis offen.