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Ölpreis: Der November beginnt, wie der Oktober endete – Öl wird billiger

2 November 2018

Die Heizsaison hat begonnen und die Ölpreise fallen – die Welt steht auf dem Kopf: Mit rund 73 US-Dollar für das Fass ist die Sorte Brent so preiswert wie zuletzt im August, bei WTI stellt sich die Situation ähnlich dar, das Barrel kostet rund 63 US-Dollar. Was ist geschehen?

Die US-Lagerbestände steigen ebenso wie die Förderung

Die EIA schickte Mitte der Handelswoche die Ölpreise weiter auf Talfahrt: Sie meldete dass die US-Rohölbestände in der Vorwoche um weitere 3,2 Millionen Barrel auf nunmehr 426 Millionen Barrel gestiegen sind. Die Vorräte an Benzin und Destillaten sanken zwar, allerdings stieg auch der Durchsatz der Raffinerien auf 16,4 Millionen Barrel täglich und damit auf eine Auslastung von 89,4 Prozent. Ölprodukte wurden stärker nachgefragt, auf der anderen Seite verzeichnet auch die US-Förderung Zuwächse, sie wurde auf 11,2 Millionen Barrel pro Tag ausgeweitet.

Damit stehen die USA jedoch nicht alleine da: Obwohl die US-Sanktionen gegen den Iran nach wie vor im Raum stehen und China seine Einfuhren iranischen Öls im Monat September um 34 Prozent heruntergefahren hat, scheint die globale Förderung zuzunehmen. Die OPEC soll im Oktober die Menge auf 33,31 Millionen Barrel täglich ausgedehnt haben, so viel haben die Mitgliedsländer seit Dezember 2016 nicht mehr gefördert.

Preisdruck trotz drohender Sanktionen gegen den Iran

In der nächsten Woche soll es soweit sein, die US-Sanktionen gegen das OPEC-Land sollen in Kraft treten. Allerdings zeichnet sich ab, dass die Folgen weniger drastisch ausfallen könnten: Der Iran soll wohl weiterhin nach Indien und Südkorea liefern dürfen, wie aus unterrichteten Kreisen durchsickerte. Allerdings wurde nicht bekannt, in welchen Größenordnungen sich diese Lieferungen bewegen werden. Die aktuellen Preisrückgänge werden jedoch in erster Linie den steigenden Ölreserven in den USA zugeschrieben, die verschiedene Schlüsse zulassen. Ob wirklich eine tendenziell sinkende Nachfrage wegen des Handelskonflikt zwischen Vereinigten Staaten und China dafür verantwortlich zeichnet, wie einige Marktteilnehmer vermuten, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Im Oktober sind die Preise für Öl um reichlich zehn Prozent gesunken.

Für deutsche Autofahrer und Heizöl-Käufer ist es jedoch derzeit schwierig: Auch wenn die Ölpreise deutlich niedriger sind, schlägt sich das nicht auf die Verbraucherpreise nieder. Hier wirkt sich der Lieferengpass aus, der dem Niedrigwasser auf den wichtigsten Wasserstraßen geschuldet ist: Viele Tanker können gar nicht oder nur halb beladen fahren, weil die lange Trockenheit die Schiffbarkeit der großen Flüsse einschränkt. Der Markt hat sich schon bewegt, jetzt muss es nur noch ausreichend regnen.