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Ölpreis: Eskalation im Iran treiben Preise nach oben

7 Januar 2020

Nach einem relativ ruhigen Jahreswechsel auf dem Ölmarkt sorgt wieder einmal US-Präsident Donald Trump für Bewegung: Er ließ den iranischen General Ghassem Soleimani töten – mit drastischen Konsequenzen.

Mitarbeiter der US-Ölfirmen verlassen Irak

Der durch eine US-Rakete in Bagdad herbeigeführte Tod des Top-Generals Soleimani und des Milizenführers Abu Mahdi al-Muhandis lässt aktuell die Wogen auf dem Ölmarkt hochschlagen: Die US-amerikanischen Mitarbeiter der Ölfirmen im Irak erhielten über die US-Botschaft von ihrer Regierung die Aufforderung, das Land zu verlassen – und zwar sofort. Wie das irakische Ölministerium betont, wären einige Meldungen nicht korrekt, nach denen auch Mitarbeiter aus anderen Ländern das Land verlassen sollen. Darüber hinaus wären Produktion und damit der Export nicht von der Eskalation der Situation betroffen. Allerdings folgten auch Drohungen, diese Tat vergelten zu wollen.

Ölpreise reagieren prompt auf den Angriff

Die ohnehin angespannte Situation um den Iran könnte nun aus dem Ruder laufen, entsprechend drastisch reagierte der Ölmarkt: Die Sorte WTI steig zeitweise auf 64,09 US-Dollar für das Fass – so teuer war die Sorte zuletzt im April 2019. Selbst der Angriff auf die saudi-arabische Ölproduktion hatte nicht eine derartige Auswirkung. Allerdings war die Entwicklung nicht von Dauer, gegen Abend liegt der Preis für WTI wieder bei knapp 63 US-Dollar je Barrel. Ein Fass der Sorte Brent kostet zum Ausklang der Handelswoche 68,60 US-Dollar, nachdem der Preis zwischenzeitlich die Marke von 70 US-Dollar je Barrel schon im Visier hatte.

Diese Preissteigerung ist nicht unbegründet, denn dieser Angriff könnte die Situation weiter deutlich anheizen. Selbst die stark gesunkenen Bestände an US-Rohöl hatten zuvor keine stützende Wirkung auf den Ölpreis entfaltet: Statt der erwartete 3,0 Millionen Barrel schrumpfte der Vorrat nämlich um 11,5 Millionen Barrel – allerdings waren die Bestände an Benzin und Destillaten gestiegen.

Deutsche Autofahrer und Betreiber von Ölheizungen sollten sich also auf ein deutlich höheres Preisniveau einstellen. Das neue Jahr beginnt damit alles andere als kundenfreundlich – und das könnte erst der Anfang sein.