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Ölpreis fängt Brexit-Schockwellen auf – starker US-Dollar bremst

1 Juli 2016

Das Ergebnis des Brexit-Referendums wirkte sich naturgemäß auch auf den Ölpreis aus: Sowohl Brent als auch WTI mussten eine Korrektur hinnehmen, konnten sich aber wieder erholen. Wie es weitergeht, hängt demnach nicht nur von der Entwicklung auf dem Ölmarkt ab, sondern vor allem vom US-Dollar.

Brexit-Befürchtungen sorgen für heftige Bewegungen

Die Ölsorte WTI rutschte wieder unter die 47 US-Dollar je Barrel, Brent konnte zumindest die 48 US-Dollar für das Fass halten, als sich die Nachricht vom Sieg der Brexit-Befürworter rund um den Globus verbreitete. Nach dem ersten großen Schock beruhigten sich die Märkte allerdings wieder, auch die Ölpreise konnten sich stabilisieren. Aktuell notieren WTI bei knapp 49 und Brent bei 50 US-Dollar für das Fass. Die Prognosen sind jedoch nicht eindeutig, zu groß ist die Abhängigkeit vom US-Dollar. Der könnte sich nämlich zu neuen Höhen aufschwingen, wenn die britische Währung weiter nachgibt und damit auch den Euro nach unten zieht.

Auf der anderen Seite dürften die drohenden Streiks in Norwegen zu Produktionsausfällen führen, was im Zusammenspiel mit dem Schrumpfen der US-Rohöllagerbestände, das in diesem Maße nicht erwartet worden war, wiederum für Auftrieb im Ölpreis sorgen könnte. Die Jahreshochs sind also im Visier – allen Unwägbarkeiten zum Trotz.

Die Charts – wichtige Marken für den Ölpreis

Brent hat die 50-US-Dollar-Marke geknackt, sollte sich diese Bewegung weiter fortsetzen, könnten Anschlusskäufe den Ölpreis für diese Sorte auch in Richtung 52 US-Dollar für das Barrel treiben. Sollte der Preis jedoch unter 48 US-Dollar für das Fass fallen, dürfte es einen weiteren Rücksetzer geben. WTI kämpft noch um die 50-US-Dollar-Marke und erhält Unterstützung bei etwa 48 US-Dollar für das Fass. Hält diese Linie nicht, kann es auch bis 47 und in der Folge 46 US-Dollar je Barrel nach unten gehen.

Was ist eigentlich mit dem schottischen Öl?

Die große Frage nach der Perspektive Schottlands wird in den nächsten Wochen noch für Furore sorgen: Im Gegensatz zu England und Wales hatte sich Schottland überwiegend für den Verbleib in der EU entschieden. Welche Möglichkeiten sich für das Land eröffnen, trotz eines Brexits in der EU zu verbleiben, das ist noch nicht klar und wird Gegenstand von Verhandlungen mit der EU sein. Das schottische Öl wird zunächst weiter ungestört in der EU verkauft werden – ob es in der Zukunft Geld in die schottische oder weiter in die UK-Staatskasse spült, das bleibt abzuwarten.