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Ölpreis im Sturzflug – Autofahrer können sich auf rosige Zeiten freuen

5 Mai 2017

Sah es zunächst so aus, als wollten sich die Ölpreise stabilisieren, ist nun die nach der OPEC-Einigung im November erreichte Erholung wieder verloren: Brent sackte auf 47 US-Dollar und WTI auf 44 US-Dollar je Fass durch. Tendenz? Es gibt noch Potenzial nach unten.

Trotz OPEC-Förderkürzung: Ölpreis sucht nach Stabilisierung

Ein Blick auf die Charts zeigt, dass Öl wieder so billig ist wie im November, bevor die OPEC sich auf Förderkürzungen einigte und die Märkte ihre Erwartungen direkt eingepreist und die Ölpreise kräftig nach oben getrieben hatten. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten lässt sich nun festhalten, dass sich sowohl die OPEC-Mitgliedsländer als auch die relevanten Ölproduzenten außerhalb des Bündnisses an die Vereinbarungen halten: Zwar stiegen die saudi-arabischen und angolanischen Ölproduktionen, allerdings kürzten neben dem Irak auch die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Förderquoten und Venezuela verzeichnet angesichts der schwierigen Situation ohnehin niedrigere Zahlen. Selbst Russland fuhr die Ölproduktion wie vereinbart zurück – der Boden für einen Preisanstieg wäre also bereitet, zumal die Maßnahmen verlängert werden sollen. Wenn da nicht das US-Schieferöl wäre, das mit einer Produktion von 9,293 Millionen Barrel pro Tag zu Buche schlägt. Damit ist der Stand von Mitte 2015 wieder erreicht, was alle Bemühungen ad absurdum führt. Das Fass zum Überlaufen brachte dann auch noch Brasilien, hier legte die Ölproduktion um fast 13 Prozent zu und erreichte nun 2,55 Millionen Barrel am Tag.

Neue Tiefstände markiert – klare Signale fehlen

Selbst die unerwartet stark zurückgegangen US-Rohöllagerbestände um 4,2 Millionen Barrel, die für die vergangene Woche gemeldet wurden, konnten nur eine kurze Pause im Abwärtssog bewirken. Sobald das Tief aus dem März nach unten durchbrochen war, setzte ein dynamischer Trend nach unten ein – Öl ist derzeit überverkauft. Allerdings sind aktuell auch keine Impulse erkennbar, die eine Trendwende einleiten könnten, weitere Verluste sind also durchaus möglich.

Sollte sich Brent nicht schnell wieder auf mindestens 50 US-Dollar für das Fass erholen und dabei den Widerstand bei 48 US-Dollar je Barrel mit Bravour nehmen, droht ein weiterer Einbruch auf 46 US-Dollar je Barrel. Für WTI ist im Gegenzug eine Stabilisierung auf dem Niveau von 44 US-Dollar je Barrel zu erwarten, von dem aus die 46 US-Dollar je Fass wieder in Angriff genommen werden. Für Autofahrer stehen also ebenso gute Zeiten bevor wie für Heizöl-Bezieher – die Preise sollten in den nächsten Tagen angesichts fehlender Anzeichen, dass die Nachfrage drastisch steigen könnte, nochmals nach unten rutschen.