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Ölpreis im Wechselbad der Gefühle – OPEC-Meldungen und deren Glaubwürdigkeit

11 August 2017

Trieb die OPEC zunächst mit ihrer Ankündigung, die Öllieferungen weiter drosseln zu wollen, in die Höhe, setzte sich doch die Skepsis der Marktteilnehmer durch: Die Kürzungen dürften die Schwemme auf dem Ölmarkt nicht eindämmen.

Ölpreisanstieg – nur von kurzer Dauer?

Mitte der Wochen stiegen die Preise: Auf 53,50 US-Dollar je Barrel schaffte es die Sorte Brent, WTI verfehlte knapp die Marke von 50 US-Dollar für das Fass. Grund war die Ankündigung des maßgeblichen OPEC-Mitglieds Saudi-Arabien, seine Lieferungen im Monat September um minimal 520.000 Barrel täglich kürzen zu wollen. Asiatische Abnehmer sollten bis zu zehn Prozent weniger Öl erhalten, was angesichts der im September zurückgehenden Nachfrage in Saudi-Arabien selbst umso bemerkenswerter ist. Die Bemühungen um einen höheren Ölpreis muten so langsam verzweifelt an, nicht zuletzt die Verlautbarung des saudischen Energieministers, die Exporte im August auf 6,6 Millionen Barrel täglich zu kürzen, passen ins Bild und sorgten für Auftrieb an den Märkten. Allerdings ist nicht gänzlich klar geworden, auf welche Referenzgröße sich die zehnprozentige Kürzung im September beziehen soll.

Weniger stark wirkten sich die Daten zu den US-Rohöllagerbeständen auf den Ölpreis aus, denn im Gegenzug wuchsen die Benzinvorräte. Es ist vor allem die eigene Produktion, die die Import-Lücken mehr als ausfüllt: Für 2017 sind täglich 9,35 Millionen Barrel geplant, im kommenden Jahr bereits 9,91 Millionen Barrel pro Tag – Tendenz steigend. Aber auch die US-Nachfrage nach den verschiedenen Öl-Produkten zieht stetig sowohl bei Benzin als auch den Destillaten an. Die Preise reagieren aber deutlich stärker auf die Meldungen der OPEC.

Skepsis macht sich breit: Ölpreise wieder unter Druck

Offenbar trauen die Marktteilnehmer den angekündigten Produktionsdrosselungen nicht zu, das vorhandene Öl-Angebot wirklich in den Griff zu bekommen: Aktuell kostet Brent nur noch 52 US-Dollar je Barrel, WTI fiel wieder auf 48 US-Dollar für das Fass. Der erbarmungslose Kampf um Marktanteile, den sich die OPEC-Mitglieder mit den USA liefern, sorgt für ein anhaltend niedriges Preisniveau. Der Markt kann das Angebot gar nicht aufnehmen, daran ändern auch die leichten Kürzungen nichts. Und dann kommt der aktuelle OPEC-Monatsbericht für Juli zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, belegt er doch etwas Gegenteiliges: Die Produktionsmenge stieg demnach auf 32,87 Millionen Barrel täglich. Dieser Zuwachs um 0,5 Prozent ist der schwächste im aktuellen Jahr und wurde von Nigeria, Libyen und Saudi-Arabien verantwortet. Welchen Wert haben also die Ankündigungen der OPEC?