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Ölpreis: Ist das Tal der Tränen überstanden?

12 August 2016

Es ging noch einmal kräftig bergab mit dem Ölpreis, zu schwach ist die Nachfrage angesichts des enormen Angebotes auf dem Ölmarkt. Allerdings setzen sich nun einige Anbieter zur Wehr, was einen vorsichtigen Anstieg mit sich brachte: Brent konnte wieder auf über 46 US-Dollar für das Fass und WTI auf 44 US-Dollar je Barrel steigen. Wie geht es weiter?

Stabilisierung des Ölpreises angestrebt – Venezuela macht Druck

Wie kaum ein anderes Land leidet das ölreiche Venezuela unter dem anhaltend niedrigen Ölpreis: Die fehlenden Devisen führen zur Verknappung von Lebensmitteln, Medikamente fehlen in den Krankenhäusern und die Inflation setzt den Bürgern enorm zu. Die Abhängigkeit von den Öl-Exporten zwingt Venezuela zu Gegenmaßnahmen, wie Präsident Nicolás Maduro nun verkündete. Er strebt eine Stabilisierung bei 70 US-Dollar für das Fass an, was auf dem Markt mühelos durchzusetzen wäre. Um diese Anhebung der Ölpreise durchzusetzen, hätte er bereits Gespräche mit einigen Regierungschefs der anderen Öl-Exportnationen aufgenommen.

Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die OPEC positionieren wird. Bislang haben sich die in der Ölproduktion führenden Staaten einer Reglementierung konsequent entzogen, was nicht zuletzt auch Saudi-Arabien in alternative Finanzierungswege gezwungen hatte, um den eigenen Staatshaushalt realisieren zu können. Der Ölpreis hat sich jedoch bereits etwas erholt.

Leichter Anstieg im Öl – vorsichtiger Optimismus angezeigt

Brent sackte Anfang August nochmals auf 41 US-Dollar für das Barrel durch, bevor es sich sukzessive in den letzten Tagen auf 46 US-Dollar je Barrel aufschwingen konnte – Rücksetzer jederzeit inbegriffen. Ähnlich entwickelte sich WTI: Nach einem Einbruch unter die 40 US-Dollar-Marke für das Fass erholte sich die Ölsorte bis auf die aktuellen 44 US-Dollar je Fass. Brent sollte nicht unter 43 US-Dollar für das Fass fallen, da sich ansonsten ein weiterer Preisverfall auch unter die letzten Tiefs abzeichnen könnte. Positiv wäre der Anstieg auf knapp 47 US-Dollar. Für WTI liegt die kritische Marke bei 41 US-Dollar je Barrel, hingegen wäre ein Preisanstieg auf 45 US-Dollar für das Fass.

Auch wenn die Ölreserven in den USA wiederum angestiegen sind, war dieser Zuwachs doch geringer, als zunächst erwartet worden war – von dieser Seite ist also kein nachhaltiger Druck auf den Ölpreis zu erwarten. Für Heizöl-Bezieher heißt das: Nutzen Sie die Chance, sich günstig für den Winter einzudecken – es könnte vorerst die letzte sein. Autofahrer müssen sich auf steigende Benzinpreise einstellen, erfahrungsgemäß schlagen die großen Konzerne selbst beim kleinsten Ölpreis-Anstieg kräftig auf.