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Ölpreis: Ist die Trendwende geschafft?

11 März 2016

Mit der psychologisch so wichtigen Marke von 40 US-Dollar für ein Barrel Brent Oil hat der Ölpreis in den letzten Tagen einen ordentlichen Sprung absolviert. Auch WTI konnte mitziehen und notiert aktuell um 38 US-Dollar je Barrel, was nicht zuletzt den zurückgehenden US-Beständen an Öl-Produkten geschuldet sein dürfte. War das schon der Beginn eines neuen Trends?

Ölpreis im Kampf der Produzenten

Natürlich machte die Nachricht, dass sich die wichtigsten Ölproduzenten zur Preisentwicklung und Förderquote absprechen wollen, Hoffnung – der Ölpreis spiegelt dies eindeutig wider. Die Ergebnisse sind allerdings noch abzuwarten. Auf der anderen Seite kamen die Meldungen zu den US-Lagerbeständen, das US-Energieministerium bestätigte den Ausbau der Reserven um 3,9 Millionen Barrel – und damit einen neuen Rekordbestand. Allerdings waren im Vorfeld von der API noch gigantischere Zahlen avisiert worden. Wirklich erstaunlich war jedoch der Rückgang bei den Beständen an Produkten, sowohl Benzin als auch die Destillate wurden offenbar stärker verbraucht, als zunächst prognostiziert worden war.

Ein Blick auf die Nachfrage-Analysen bestätigt diese Entwicklung: Benzin wurde um drei Prozent stärker nachgefragt, Destillate sogar um zehn Prozent – entsprechend verzeichnete der US-Benzinpreis ein Sechs-Monatshoch. Gleichzeitig darf nicht vernachlässigt werden, dass die Ölproduktion in den USA sukzessive zurückgeht, für April werden weniger als 9 Millionen Barrel pro Tag erwartet.

Wie sind die Aussichten für den Ölpreis?

Hier gehen die Expertenmeinungen weit auseinander: Sehen die einen eine Trendwende, die zur schnellen Erholung führen könnte, erwarten andere einen nachhaltigen Preisanstieg frühestens 2017. Fakt ist, dass die Wirtschaft weltweit schwächelt, entsprechend zurückhaltend ist die Nachfrage insgesamt. Auch aus der US-Wirtschaft kommen keine so überzeugenden Daten, dass nun von einer grundlegenden Änderung in der Situation ausgegangen werden müsste.

Auf der Angebotsseite mag es zu Rückgängen in den USA kommen, aber der Iran wird über kurz oder lang wieder in den Ölmarkt einsteigen – und die stark vom Öl-Export abhängigen Staaten werden jeden US-Dollar, den der Ölpreis nach oben steigt, dankbar annehmen. Die finanziellen Probleme wegen des Preisverfalls beschränken sich längst nicht mehr auf die Schwellenländer, selbst Saudi-Arabien oder Norwegen ächzen unter der Belastung. Es darf also bezweifelt werden, dass die Förderquoten heruntergefahren werden. Sobald sich die Möglichkeit bietet, mit Öl wieder ordentlich Geld zu verdienen, werden die Exporteure diese auch nutzen. Der Ölpreis wird kurzfristig weiter schwanken und das vielleicht auf einem etwas höheren Niveau – grundsätzlich wird das Tanken und Heizen zunächst aber günstig bleiben.