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Ölpreis kämpft um Erholung – gravierende Änderungen nicht in Sicht

24 März 2017

Seit es vor knapp zwei Wochen noch einmal kräftig bergab ging, pendelt die Sorte Brent um die Marke von 51 US-Dollar je Barrel, während WTI aktuell sogar unter 48 US-Dollar je Barrel gefallen ist. Angesichts der hohen Lagerbestände zeichnet sich noch keine Erholung ab.

OPEC will wieder tagen – Verlängerung der Drosselung erwartet

Bislang haben sich die Erwartungen nicht erfüllt, die Ende November von der OPEC beschlossene Förderkürzung könnte den Ölpreis nach oben treibe – im Gegenteil. In der letzten Woche wurde ein Vier-Monats-Tief verzeichnet, seither konnte sich Brent um rund 20 Cent auf knapp 51 US-Dollar für das Fass und WTI um 22 Cent auf knapp 48 US-Dollar für das Fass erholen. Ob das am Wochenende stattfindende OPEC-Treffen in Kuwait, an dem auch andere Förderländer teilnehmen werden, einen entscheidenden Impuls liefern kann, bleibt zunächst abzuwarten. Auf der Agenda steht demnach die Verlängerung der Drosselung der Förderquoten in die zweite Jahreshälfte hinein – die US-Fracking-Industrie könnte der lachende Dritte sein.

Hohe Lagerbestände drücken den Ölpreis

Angesichts der jüngst veröffentlichten Lagerdaten rutschte der Ölpreis nämlich kräftig durch: Um knapp fünf Millionen Barrel waren die Bestände gewachsen, was den schon zuvor vom API prognostizierten kräftigen Zuwachs nochmals übertraf. Insgesamt lagern jetzt 533 Millionen Barrel Rohöl i den US-Lagern, was unter dem Strich Rekordniveau bedeutet, aber eben auch einen Anstieg um 54 Millionen Barrel seit Jahresbeginn – entgegen allen Kürzungen durch die OPEC. So kann bislang ein Abbau von Lagerbeständen nur den Ölprodukten verzeichnet werden, wie beispielsweise Benzin oder Destillate, zu denen rund 30 Millionen Barrel weniger ermittelt werden konnten. Eine Verknappung ist deswegen nicht zu befürchten, denn die US-Netto-Exporte von Ölprodukten sind mit rund 2,8 Millionen Barrel pro Tag nach wie vor sehr hoch. Auch in China zogen im Februar die Netto-Ausfuhren an,

Vor diesem Hintergrund verlieren die OPEC-Verhandlungen immer mehr an Bedeutung: Einerseits stellt sich angesichts des enormen Angebotes die Frage, ob die Zusagen zur Förderkürzung überhaupt eingehalten werden. Andererseits dehnen insbesondere die USA, aber auch andere Fracking-Nationen die Förderung sukzessive aus, was der OPEC schlichtweg das Wasser abgräbt: Kürzen deren Mitgliedsländer nämlich weiter ihre Produktion, verlieren sie ihre Marktanteile zunehmend an die „Fracker“ – das Ziel der Preisstabilisierung rückt damit in weite Ferne. Für Autofahrer und Heizöl-Nutzer sind das zunächst gute Nachrichten, die Benzinpreise dürften, von den anbieterabhängigen Schwankungen abgesehen, erst einmal niedrig bleiben.