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Ölpreis: Kein Ausweg aus dem tiefen Tal

13 Februar 2016

Die Freude währte nur kurz, denn die zwischenzeitliche Erholung im Ölpreis musste schnell wieder abgegeben werden: Brent kämpft um die 30 US-Dollar für das Fass, WTI sackte bis auf weniger als 27 US-Dollar durch und notiert aktuell um die 29 US-Dollar je Barrel. Dabei kamen aus den USA positive Signale, denn die Lagerbestände waren in einem nicht erwarteten Maß zurückgegangen – der Preiskrieg tobt aber an einer anderen Front.

Die Charts – kaum ein Hoffnungsschimmer

Für die Nordsee-Sorte Brent gelten aktuell 32,50 US-Dollar je Barrel als wichtige Marke, die auf eine leichte Erholung hindeuten könnte. Im Gegenzug wird es kritisch, sollten die 30 US-Dollar für das Fass nicht gehalten werden, dann könnte es bis auf 28 US-Dollar je Barrel hinab gehen. WTI hat das Tief bereits getestet, geht es nun über 29,50 US-Dollar je Barrel hinaus, könnte die 30-Dollar-Marke wieder geknackt werden. Allerdings kann die Rechnung nicht ohne die Hauptakteure, nämlich Saudi-Arabien und Iran, gemacht werden – und die gelten als Erzrivalen.

Der erbitterte Preiskrieg geht in neue Runde

Das iranische Öl ist noch nicht wieder richtig im Markt, da verschärft sich der Kampf um die Marktanteile: Mit einem kräftigen Rabatt von immerhin 10 Cent belohnte der Iran seine Kunden aus Asien und läutete so eine weitere Verschärfung im Kampf um den Ölpreis ein. Saudi-Arabien steht im Vergleich mit andern OPEC-Mitgliedsstaaten zwar noch relativ stabil da, allerdings dürfte diese Entwicklung nicht im Sinne des Erfinders sein. Mit dem Iran kommt ein echter Konkurrent zurück ins Spiel um das schwarze Gold, denn nach den langen Jahren des Embargos haben die Verantwortlichen bereits angekündigt, jeden Ölpreis mitgehen zu wollen.

Die Aussichten bleiben trüb

Auch der neu erschienene BP Energy Outlook 2016 sieht Öl weiter unter Druck, selbst wenn der weltweite Energiebedarf in den nächsten Jahren deutlich steigen wird. Die Ölversorgung wird mit dieser Entwicklung mithalten können, da auch außerhalb der OPEC Anbieter auf den Markt drängen – nicht zuletzt die US-Fracking-Industrie. Darüber hinaus dürfen die alternativen Energien und Gas als Energieträger nicht vergessen werden. Die OPEC wird also darum kämpfen müssen, den Marktanteil von aktuell 40 Prozent zu halten. Die jüngsten Entwicklungen werden nun zur Zerreißprobe für eine ganze Reihe von Staaten und Unternehmen, die auf höhere Ölpreise dringend angewiesen sind. Für Autofahrer und Heizöl-Bezieher jedoch eröffnen sich neue Chancen, in diesem Jahr sehr günstig davon zu kommen.