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Ölpreis-Prognosen – zwischen 20 und 100 US-Dollar für das Fass

16 Oktober 2015

Unterschiedlicher könnten die Aussagen nicht ausfallen: Geht Goldman Sachs davon aus, dass das Überangebot den Ölpreis weiter drücken wird, warnen die britischen Experten von Barclays vor einer Preisexplosion – spätestens für das Jahr 2017. Im kurzfristigen Bereich mussten sowohl Brent als auch WTI wieder kräftig nachgeben, die Unterstützungszonen werden aktuell ausgiebig getestet.

Die Daten der aktuellen Ölpreis-Charts

Die neue Widerstandslinie ist für Brent zwischen 52 und 54 US-Dollar je Barrel zu erwarten, nach unten wird die Unterstützung bei rund 49 US-Dollar für das Fass markiert. Schwierig wird es, wenn der Ölpreis für Brent unter diese Linie fällt, dann sind auch wieder Preise um die 47 US-Dollar je Barrel möglich. Bei WTI hingegen sollten die 46 US-Dollar nicht drastisch nach unten durchbrochen werden, ein weiterer Verfall könnte sich dann abzeichnen. Positiv wäre ein Anstieg auf über 49 US-Dollar je Fass – allerdings sieht es im Moment nicht danach aus: Mit etwas über 46 US-Dollar für das Fass hat WTI den schönen Anstieg auf 50 US-Dollar wieder eingebüßt, Brent fiel ebenfalls – nämlich von fast 54 US-Dollar auf aktuelle 49 US-Dollar je Barrel.

Welches Szenario ist wahrscheinlicher – Anstieg oder Preisverfall?

Schockte zunächst Goldman Sachs mit einer Preis-Prognose von 20 US-Dollar, die bald nur noch für ein Fass Öl zu bezahlen wären, bezog sich diese Erwartung auf das enorme Überangebot und die hohen Produktionsmengen, die die OPEC-Länder aktuell verzeichnen. In diese Kerbe schlugen auch Aussagen der OPEC, die für 2016 keine signifikante Erhöhung der Nachfrage erwartet – bei steigender Fördermenge. Ganz ins Gegenteil bewegt sich Barclays-Experten, die vor allem die Auswirkungen des Ölpreis-Krieges auf die Fracking-Industrie ins Feld führen: Förderunternehmen müssen die Segel streichen, der Preisverfall fordert seine Opfer. Gleichzeitig verweisen die Barclays-Experten darauf, dass vor allem die Nachfrage aus China eine Schlüsselrolle spielt, darüber hinaus der Zeitpunkt, wann und in welchem Maß Iran an den Ölmarkt zurückkehrt. Im schlechtesten Fall sieht Barclays einen Anstieg auf 75 US-Dollar je Barrel – im besten auf 100 US-Dollar je Barrel. Als Ursache für diese Sichtweise werden fehlende Investitionen angeführt: Wegen der extrem niedrigen Erlöse entsteht eine gravierende Investitionslücke, die zwangsläufig zu einer Verknappung des Angebotes führen würde. Im Moment jedoch dürfte sich am aktuellen Niveau nicht viel ändern, dazu fehlen einfach die kräftigen Impulse. Auf mittelfristige Sicht zeichnet sich aber ganz allmählich eine neue Ölpreis-Krise ab – Barclays steht mit dieser Annahme nicht alleine da.