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Ölpreis: Steht freier Fall bevor?

18 September 2015

Die FED hat wenig Vertrauen in die Weltwirtschaft, Goldman Sachs sieht den Preis für das Barrel bei 20 US-Dollar – das Szenario verdüstert sich. Allerdings zeigte der Ölpreis in den letzten Tagen durchaus Stabilität, die zurückgehenden Lagerbestände in den USA konnten sogar einen leichten Aufschwung auslösen – Tendenz ungewiss.

Brent und WTI – zunächst recht stabil

Nachdem der Preis für ein Barrel WTI zunächst auf 44 US-Dollar und für Brent auf 47 US-Dollar zurückgefallen war, reichte die Meldung zu den aktuellen Lagerbeständen in den USA aus, um eine Gegenbewegung einzuläuten: Der drastische Bestandsrückgang ist wohl nicht zuletzt den gedrosselten Produktionskapazitäten geschuldet, der Markt preist die Entwicklung bereits ein. Für Brent gelang ein Ausflug über die 50 US-Dollar-Marke für das Fass, WTI schaffte 48 US-Dollar pro Barrel – bevor die FED ihre Entscheidung, sich noch nicht entscheiden zu wollen, bekannt gab. Beide Ölsorten mussten in der Folge Rücksetzer hinnehmen, konnten sich aber ganz gut stabilisieren.

Die Charts geben folgende Widerstände und Unterstützungen her: Für Brent markieren 51 US-Dollar einen wichtigen Widerstand, wird dieser geschafft, könnte es auch auf bis zu 54 US-Dollar je Barrel hinauf gehen. Kritisch wird es allerdings, wenn eine Abwärtsbewegung bis unter 47 bis 46 US-Dollar einsetzt, dann könnte sich diese bis auf 44 US-Dollar je Barrel fortsetzen. WTI hat den Widerstand bei 48 bis 49 US-Dollar bereits angetestet, wird diese Linie durchbrochen, steht einem Anstieg bis auf 52 US-Dollar nicht mehr viel im Weg. Als Unterstützung erweist sich ein Preis von 43 US-Dollar je Barrel, von da ab können auch die 38 US-Dollar wieder erreicht werden.

Goldman Sachs – 20 US-Dollar für das Fass möglich

Eine echte Trendwende nach oben, die auch von fundamentalen Daten getragen würde, ist derzeit nicht in Sicht. Die Prognosen von Goldman Sachs sehen eine ganz andere Entwicklung voraus, vor allem wegen des vor Markteintritt stehenden iranischen Öls. Schon derzeit ist eine Ölschwemme zu verzeichnen, aus Sicht der Experten von Goldman Sachs würde die Produktion zu langsam zurückgefahren. Die Nachfrageseite ist ganz einfach zu schwach, vor allem in China sei ein Rückgang zu verzeichnen. Auch wenn Autofahrer bei diesen Aussichten frohlocken dürften, sofern die Preisrückgänge überhaupt bis zur Tankstelle durchgereicht werden, ist diese Prognose doch mit Vorsicht zu genießen. Experten von Goldman Sachs sind bekannt für extreme Aussagen, die vorherrschende Trends eher befeuern, als zuverlässig eine Trendwende vorauszusagen.