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Ölpreis: Trotz steigender Lagerbestände Verteuerung nach US-Luftschlag in Syrien

8 April 2017

Hohe Erwartungen schlugen sich schon Mitte der Woche in steigenden Ölpreisen nieder, die Experten waren von einem rückläufigen Lagerbestand ausgegangen und wurden enttäuscht. Allerdings kam Unterstützung von ganz anderer Seite – mit fatalen Folgen.

Luftschlag gegen Syrien – Ölpreis erreicht neues Hoch

Wie empfindlich die Märkte auf Störungen und außerordentliche Ereignisse reagieren, zeigte sich in der letzten Nacht: Nach dem US-Raketenangriff gegen die syrische Armee, die für einen mutmaßlichen Giftgasangriff verantwortlich gemacht wird, verteuerten sich die wichtigen Ölsorten: Brent notierte zwischenzeitlich bei knapp 56 US-Dollar für das Fass, WTI schaffte es auf fast 53 US-Dollar je Barrel. Zwischenzeitlich konsolidiert sich das Preisgefüge wieder etwas, was nicht zuletzt den Gewinnmitnahmen geschuldet sein dürfte.

Die Auswirkungen sind umso erstaunlicher, als dass Syrien gar kein wichtiger Ölproduzent ist. Trotzdem könnte diese Intervention fatale Folgen haben, denn einerseits ist die Schuldfrage für den Einsatz von Giftgas noch gar nicht geklärt, andererseits könnte die Situation in der gesamten Region eskalieren.

Öl-Lagerbestände überraschend hoch – Aufwärtstrend im Ölpreis wohl nicht aufzuhalten

Schon vor der Verkündung der aktuellen Lagerbestände hatte das API mit ihren Erwartungen für einen Preisauftrieb gesorgt, da es von deutlich zurückgegangen Vorräten ausgegangen war. Der Ölpreis wurde so um rund neun Prozent nach oben befördert und konnte sämtliche Verluste aus dem Monat März ausgleichen. Die folgende Konsolidierung war zu erwarten – allerdings hielte die Bestände dann nicht, was sie zuvor versprochen hatten: Der Bestand an Rohöl hat laut Energieministerium in den USA in der letzten Woche um 1,6 Millionen Barrel zugenommen, was nicht zuletzt der gestiegenen Produktion von 9,2 Millionen Barrel pro Tag, was dem höchsten Ausstoß seit 14 Monaten entspricht, geschuldet sein dürfte. Angesichts der aktuellen Ausfälle in der Nordsee und in Kanada sowie die Diskussion um die Verlängerung der Produktionskürzungen in den OPEC-Staaten sollte die optimistische Marktstimmung dafür sorgen, den Ölpreis für Brent wieder über die 55 US-Dollar je Barrel und für WTI über 53 US-Dollar je Barrel zu treiben.

Zwar bleibt abzuwarten, ob die Signale aus der Wirtschaft wirklich nachhaltiger Natur sind, für Autofahrer und Heizöl-Bezieher lohnt sich der Blick in ein Vergleichsportal allemal. Einerseits variieren die Benzin- und Heizölpreise in Abhängigkeit vom Anbieter, aber vor allem vom Wochentag und der Tageszeit: Während die Morgenstunden die Autofahrer teuer kommen, sinken die Preise bis zum späten Abend, um dann wiederum einen Satz nach oben zu machen. Vorausschauend zu agieren, kann sich bezahlt machen.