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Ölpreis: Was sind die OPEC-Absprachen wirklich wert?

28 Januar 2017

Es tut sich nicht viel im Ölpreis, was angesichts der Ende des letzten Jahres getroffenen OPEC-Absprachen zunächst verwunderlich erscheint – und Fragen aufwirft. Droht gar ein neuer Preisverfall?

Ölpreis weiter in Seitwärtsbewegung – Richtungsentscheidung wahrscheinlich

Es geht relativ konstant weiter: Während Brent sich in einem Kanal zwischen 53,5 und 56,4 US-Dollar je Barrel bewegt, lauten die Marken bei WTI 51 und 54 US-Dollar für das Fass. Festzustellen ist, dass die Kursausschläge immer kleiner werden, eine drastische Entscheidung rückt somit in Schlagdistanz. Allerdings fehlen bislang die Argumente für den Anstieg, der doch von den internationalen Öl-Produzenten mit viel Aufwand vorbereitet wurde, im Gegenteil. Die Lagerbestände für Rohöl stiegen in den USA sogar um 2,8 Millionen Barrel, bei Benzin um 6,8 Millionen Barrel – und damit deutlich stärker, als dies prognostiziert worden war. Angesichts der Tatsache, dass die Importe von Rohöl niedriger ausgefallen waren, gewinnen diese Daten an Bedeutung: Die Nachfrage scheint entsprechend gering zu sein – und das sowohl bei Öl als auch bei Benzin.

Öl-Angebotsseite legt kräftig zu – entgegen aller Absprachen

Der Blick auf die Produktionsdaten gibt dann den Aufschluss: In den USA werden fast 9 Millionen Barrel Rohöl pro Tag produziert und damit so viel wie seit mehr als neun Monaten nicht mehr. Die OPEC wollte ihre Produktion um 1,2 Millionen Barrel pro Tag reduzieren, so die Einigung vom 30. November 2016. Vorher hatte aber Saudi-Arabien einen neuen Rekordwert erreicht. Im November belief sich die Förderung auf 10,72 Millionen Barrel pro Tag, davon gingen 8,26 Millionen Barrel pro Tag in den Export. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum betrug die Produktion noch 10,19 Millionen Barrel täglich. Damit relativiert sich dann auch die Drosselung auf 10.05 Millionen Barrel täglich, die für Januar verzeichnet werden konnte – ein deutlicher Effekt auf den Ölpreis ist demnach nicht wahrscheinlich.

Die Charts – Signale für die nächsten Tage

Auf steigende Ölpreise deutet bei Brent erst ein Anstieg auf über 57 US-Dollar je Barrel hin, dann wären auch 58,6 US-Dollar für das Fass möglich. Im Gegenzug wartet eine Unterstützung bei 53,50 US-Dollar für das Fass. WTI müsste deutlich über 54 US-Dollar je Barrel steigen, um die Marke von 55 US-Dollar für das Fass ins Visier zu nehmen. Kritisch wird es bei einem Absacken auf unter 52 US-Dollar je Barrel – es bleibt also spannend.