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Ölpreis wieder auf abschüssigem Gelände

29 März 2016

Schon vor den Osterfeiertagen dämpften die hohen US-Lagerbestände die Erwartungen, der starke US-Dollar übte ebenfalls Druck auf die Rohstoffpreise aus: Die 40 US-Dollar je Barrel sind derzeit das Maß der Dinge – sowohl für WTI als auch für Brent. Selbst das avisierte Treffen der Erdöl-Exporteure in Doha trägt wenig zur Stabilisierung bei.

Ölpreis unter Druck – Produktionsüberschüsse vs. schwache Nachfrage

Sie wollen über ein Einfrieren der Förderquoten verhandeln, um den Ölpreis endlich wieder in interessante Regionen zu befördern – allein es fehlt den Märkten der Glauben daran, dass das Treffen der wichtigen Öl-Nationen in Doha von Erfolg gekrönt sein könnte. Mit Libyen hat sich ein wichtiger Ölproduzent bereits im Vorfeld ausgeklinkt. Auch wenn das kriegsgeplagte Land derzeit nur rund 25 Prozent des eigentlichen Potenzials von 1,6 Millionen Barrel pro Tag realisieren kann, muss für die Zukunft mit deutlich höheren Fördermengen gerechnet werden. Das trifft auch auf den Iran zu, der seine Förderquote nach den langen Jahren des Embargos erst hochfahren wird, bevor er sich eventuell zu einer Limitierung bereit erklärt. So sind die Prognosen schon weit vor dem im April anberaumten Termin als schlecht zu bezeichnen – einige Experten sprechen bereits von einer Farce.

Auf der anderen Seite drücken die Meldungen zu den Lagerbeständen in den USA den Ölpreis ebenfalls, denn dort konnte ein Zuwachs auf 531,8 Millionen Barrel verzeichnet werden. Gleichzeitig pendelt sich die vorläufige US-Produktion bei knapp über 9 Millionen Barrel pro Tag ein – die Signale sind also widersprüchlich. Es darf aber nicht übersehen werden, dass die Nachfrage dem Angebot deutlich hinterher hinkt. So ist der Rutsch unter die 40-US-Dollar-Marke keine wirkliche Überraschung – sowohl WTI als auch Brent rutschten am Montag, an dem nicht überall der Handel feiertagsbedingt ausgesetzt war, unter diese Grenze.

Förderbegrenzung als Preistreiber – zumindest theoretisch

Auch wenn das Treffen in Doha zunächst abgewartet werden muss, sollten die Hoffnungen nicht zu hoch geschraubt werden: Bislang hat sich noch jede in der OPEC getroffene Vereinbarung zu den Förderquoten als reichlich unverbindlich herausgestellt. Die von den Öl-Exporten abhängigen Staaten können angesichts des extrem niedrigen Preisniveaus nicht kürzer treten, die eingebrochenen Einnahmen müssen zumindest teilweise ausgeglichen werden. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, dürfte zu echten Herausforderung werden – zumal der Iran und in der Perspektive auch Libyen noch einiges zur Verstärkung des Angebots beitragen werden. Für die nähere Zukunft ist mit einem gravierenden Anstieg des Ölpreises wohl nicht zu rechnen.