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Rohölpreise auf hohem Niveau – Gewinnmitnahmen sorgen für leichten Rückgang

20 Oktober 2017

Auch zu Beginn dieser Handelswoche setzten sich die hohen Ölpreise fort, erst die einsetzenden Gewinnmitnahmen konnten eine leichte Korrektur einleiten: Brent notiert bei 57 US-Dollar je Barrel, WTI bei 51 US-Dollar für das Fass – die Preise klaffen derzeit weit auseinander.

Geschrumpfte Rohölvorräte – steigende Schieferölproduktion

Zunächst unterstützten die Meldungen aus den USA und dem Irak die hohen Ölpreise: Einerseits zeigten die US-Lagerdaten niedrige Bestände, was jedoch nicht zuletzt den wetterbedingten Störungen der Ölproduktion im Golf von Mexiko geschuldet war. Die Produktionsquote war um eine Million Barrel auf 8,4 Millionen Barrel täglich gefallen, aber auch die Verarbeitung musste Einbußen hinnehmen. Gleichzeitig stiegen die Öl-Exporte, was logischerweise die Rohölvorräte um 5,7 Millionen Barrel sinken ließ. Weder diese Hintergründe noch die Tatsache, dass die anstehenden Wartungsarbeiten in der Verarbeitung einen weiteren Lagerbestandabbau unwahrscheinlich machen und schon derzeit die Bestände in Cushing kontinuierlich steigen, konnte die Ölpreise beeinflussen, im Gegenteil. Dabei wird die Schieferölproduktion immer weiter ausgedehnt, von einer Einengung kann daher nicht die Rede sein.

Positive Wirtschaftsdaten aus China – Verlängerung der OPEC-Drosselung

Ebenso widersprüchlich war die Reaktion der Märkte auf die außerordentlich guten Wachstumsdaten aus China: Statt der avisierten 6,5 Prozent meldete die zweitgrößte Volkswirtschaft für das dritte Quartal ein BIP-Wachstum von 6,8 Prozent. Wie reagieren die Ölpreise? Sie sinken: Brent rutschte von 58 US-Dollar je Barrel auf die aktuellen 57 US-Dollar für das Fass, auch WTI büßte einen US-Dollar je Barrel ein.

Selbst die Meldungen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die Vereinbarung zur Drosselung der Förderung weiter verlängern zu wollen, konnte sich positiv auf den Ölpreis auswirken. Mohammed Barkindo, Generalsekretär der OPEC, hatte zuvor in London geäußert, dass er mit der Stabilisierung der Preise rechne, da Angebot und Nachfrage sich einem Ausgleich annähern würden. Ob bei diesen Aussagen nun der Wunsch Vater des Gedanken war, bleibt angesichts der steigenden Schieferölproduktion und Öl-Exporte der USA abzuwarten.

Es dürften wohl vor allem die Spekulanten gewesen sein, die angesichts der zuvor kräftig gestiegenen Ölpreise ihre Gewinne mitgenommen haben und so für eine Korrektur sorgen. Nüchtern betrachtet übersteigt das Öl-Angebot nach wie vor die Nachfrage, auch wenn die chinesische Wirtschaft angezogen hat. Sollten sich die Befürchtungen um gravierende Produktionsausfälle im Irak nicht bestätigen, besteht damit kein Grund für einen Anstieg der Ölpreise. Wie die Märkte jedoch tatsächlich reagieren werden, dass lässt sich kaum noch vorhersagen.