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Ölpreise drehen trotz Lieferbeeinträchtigung wieder ins Minus

14 Dezember 2018

Sah es Ende letzter Handelswoche noch nach einer Erholung im Ölpreis aus, stellt sich die Situation nun wieder anders dar: Alle leichten Gewinne wurden wieder abgegeben – und das trotz der Beeinträchtigung der Produktion in Libyen.

Ölpreis bleibt unter Druck

Die Sorte Brent rutscht aktuell wieder auf die Marke von 60 US-Dollar, WTI bewegt sich weiter unter 51 US-Dollar je Barrel – der Anstieg des Ölpreises ist offenbar wieder gestoppt. Ausschlaggebend war der monatliche Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA): Die Analysten schlossen nicht aus, dass sämtliche angekündigten Kürzungen der Ölförderung keine spürbare Korrektur der Überversorgung bewirken könnten – im Gegenteil. Die Experten räumten jedoch ein, dass sich die Chancen der Kürzungsmaßnahmen noch nicht komplett überblicken ließen.

Der Ölmarkt hatte zuletzt abwartend reagiert, da die Kürzungen angesichts der Rekordförderung in den Vereinigten Staaten kaum ausreichen würden, um Angebot und Nachfrage ausgleichen zu könnten. Auch wenn die Produktionsdaten etwas rückläufig sind, bleiben sie doch beeindruckend: Die US-Raffinerien setzten zwar im Vergleich zu Vorwoche mit 17,4 Millionen Barrel rund 51.000 Barrel weniger pro Tag um, allerdings bewegt sich die Auslastung mit über 95 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Auch die Nachfrage bleibt kräftig, Ölprodukte wurden demnach in den letzten vier Wochen in den USA in einer Größenordnung von 20,9 Millionen Barrel täglich geordert – das sind 5,5 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch wenn die Förderung um 100.000 Barrel pro Tag zurückging, beläuft sie sich auf 11,6 Millionen Barrel täglich.

So enttäuschte der geringe Rückgang der US-Ölbestände um ganze 1,2 Millionen Barrel auf 442 Millionen Barrel die Experten, bewegen sich die Vorräte doch immer noch rund sieben Prozent über dem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre – die Benzinbestände legten sogar um 2,1 Millionen Barrel zu. So erklären sich dann auch die aktuellen Ölpreisentwicklungen, obwohl sie sich zunächst etwas erholen konnten, weil die libysche Förderung weiterhin beeinträchtigt ist. Allein hielt die Stabilisierung nicht lange an, was in der Kombination aus Lagerbestandsentwicklung und nach unten korrigierten Wirtschaftsdaten begründet sein dürfte.

Autofahrer zahlen noch immer kräftig – trotz niedriger Ölpreise

Zwischenzeitlich hat sich die Situation der deutschen Wasserstraßen wieder normalisiert, die Versorgung mit Benzin und Diesel ist also sichergestellt. Trotzdem bleiben die Preise an den Tankstellen auf einem Niveau, das nicht zum niedrigen Ölpreis passt – allein, es fehlt eine plausible Erklärung.