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Ölpreise fallen dramatisch – Verbraucher können profitieren

28 Januar 2020

Das war eine kräftige Korrektur: Der Ölpreis für Brent fiel innerhalb der letzten drei Wochen von 70 auf unter 58 US-Dollar für das Fass, WTI verbilligte sich von über 64 auf knapp 53 US-Dollar je Barrel. Ausschlaggebend sind Nachfragesorgen.

Angst vor Coronavirus drückt Ölpreise

Die Schlagzeilen zum Coronavirus überschlagen sich, offenbar breitet sich der Erreger schneller aus, als zunächst erwartet worden war. Aktuell werden erste Fälle in Europa und sogar in Deutschland gemeldet. Die Sorgen lassen auch den Ölmarkt nicht unberührt, ganz im Gegenteil: Die Sorgen um eine sich weiter abschwächende Nachfrage angesichts des ohnehin enormen Überangebotes setzen den Ölpreis kräftig unter Druck. Die Korrektur war dann auch entsprechend deutlich – und das nicht ohne Grund.

Sollte sich der Virus weiter ausbreiten, erwarten Ökonomen drastische wirtschaftliche Konsequenzen. Ein Blick nach China bekräftigt diese Befürchtungen: Dort sind nämlich zwischenzeitlich in mehreren relevanten Regionen Reise- und Verkehrsbeschränkungen verhängt worden, was die Kraftstoffnachfrage naturgemäß zurückgehen ließ. Nicht umsonst ließ Abdulaziz bin Salman, der Ölminister des weltweit größten Ölproduzenten Saudi-Arabien, verlauten, dass er die Entwicklungen genau im Blick behalten würde. Der derzeitige extreme Pessimismus erinnere ihn an die SARS-Krise im Jahr 2003, die sich jedoch nicht so drastisch auf die Nachfragesituation am Ölmarkt ausgewirkt hätte. Es steht also zu erwarten, dass die OPEC über kurz oder lang zu neuen Stabilisierungsmaßnahmen greifen und die nach wie vor aktuelle Förderbegrenzung weiter auszuweiten. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die anderen Mitglieds- und Partnerstaaten derartige Beschlüsse mittragen und letztendlich auch umsetzen. Hier gab es immer wieder Abweichler, die ihre eigene Agenda verfolgen.

Auch Ölprodukte werden preiswerter

Die deutlich niedrigeren Ölpreise bringen den Verbrauchern einige Vorteile: Anfang der Woche verbilligte sich zum Beispiel Heizöl um bis zu drei Euro für 100 Liter – je nach Region. Durchschnittlich kosten 100 Liter Heizöl in Deutschland knapp über 61 Euro brutto, wenn 3.000 Liter abgenommen werden. Damit bewegen sich die Preise auf dem März-Niveau von 2018 – hier eröffnet sich ein interessantes Sparpotenzial. Auch die Autofahrer können aufatmen, denn Diesel kostete am Montag nur noch 1,25 Euro je Liter, so die Markttransparenzstelle. Auch wenn einige Tankstellen noch immer hohe Preise berechnen, können Verbraucher auf Erleichterung hoffen. Derzeit zeichnet sich keine kurzfristige Änderung des Preistrends bei Öl ab, im Gegenteil, sodass sich das niedrige Ölpreis-Niveau in absehbarer Zeit durchschlagen wird. Wie es allerdings mit dem Coronavirus weitergeht, das sollte uns Sorge bereiten.