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Ölpreise geben nach: Trendwende oder kleines Intermezzo?

19 Oktober 2018

Mit den News aus dem US-Energieministerium gingen die Ölpreise auf Talfahrt: Brent rutschte wieder unter die Marke von 80 US-Dollar je Barrel, WTI unter die Marke von 70 US-Dollar für das Fass. Doch das könnte nur ein kurzes Zwischenspiel sein.

US-Lagerdaten drücken auf die Ölpreise

Die US-Förderung ging zurück, die Rohölbestände sind gestiegen – ganz klar, dass die Marktteilnehmer diese Entwicklung mit Argusaugen beobachten: Die Ölpreise gaben kräftig nach. Um 6,5 Millionen Barrel waren die Bestände auf 416,4 Millionen Barrel Rohöl angewachsen. Gleichzeitig wurde für die Raffinerien eine Auslastung von 88,8 Prozent gemeldet, was konkret 16,3 Millionen Barrel pro Tag heißt. Auch in puncto Produktnachfrage präsentiert sich die Branche mit durchschnittlich 20 Millionen Barrel täglich über die letzten vier Wochen stabil.

Wichtiger ist der Blick auf die Förderung, die ging nämlich in der letzten Woche auf 10,9 Millionen Barrel und damit um 300.000 Barrel täglich zurück. Der Grund: Hurricane Michael hatte auf seinem Weg über den Golf von Mexiko in Richtung USA die Schließung von 40 Prozent der Förderkapazität notwendig gemacht. Auch die Exporte gingen um fast 800.000 Barrel auf 1,782 Millionen Barrel pro Tag zurück, während die Öl-Importe auf 7,615 Millionen Barrel ausgedehnt wurde. Unter dem Strich stiegen also die Netto-Importe – was den Marktteilnehmern ebenfalls nicht schmeckte.

Einordnung der Lagerdaten: Kein neuer Trend vermutet

Während einige Analysten in dieser Entwicklung einen Abwärtstrend erkannten, bleiben andere vorsichtig: Einerseits wurde der Markt natürlich vom Hurricane verzerrt, hier bleibt also die Normalisierung der Situation abzuwarten. Andererseits stehen wir eventuell vor US-Sanktionen gegen Saudi-Arabien, sollte sich Donald Trump wegen des Verschwindens des Journalisten Khashoggi distanzieren. Der Ton hat sich deutlich verschärft, Trump hat dem bislang engen Verbündeten Saudi-Arabien bereits mit „sehr schwerwiegenden Konsequenzen“ für den Fall gedroht, dass Saudi-Arabien Verantwortung für den Tod des Journalisten tragen sollte.

Für den Fall von Sanktionen rechnen Analysten mit einer Reduzierung des saudischen Angebots um rund 500.000 Barrel täglich – damit würde die aktuelle Preisentwicklung sofort wieder gedreht werden. Das aktuell niedrige Preisniveau, Brent notiert bei knapp 80 US-Dollar je Barrel und WTI bei weniger als 69 US-Dollar für das Fass, könnte also eine gute Gelegenheit sein, sich mit Heizöl einzudecken und noch einmal günstig zu tanken. Die Nachrichten sollten im Blick behalten werden, um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.