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Ölpreise im Höhenrausch – wie geht es weiter?

2 Dezember 2016

Die Überraschung war perfekt, als die OPEC-Staaten sich in Wien auf die Drosselung der Förderquoten einigen konnten – der Ölpreis startete direkt durch. Bis auf welches Niveau und wie nachhaltig sich diese Entwicklung fortsetzen kann, bleibt allerdings abzuwarten.

Kräftiger Preisanstieg im Öl – OPEC als Impulsgeber

Die Welt hatte mit Spannung nach Wien geschaut, am 30. November 2016 fand das mit großen Hoffnungen verknüpfte OPEC-Treffen statt – die Erwartungen wurden überraschenderweise erfüllt: Saudi-Arabien konnte sich offensichtlich mit den Kürzungsplänen durchsetzen, der Iran wurde aus den restriktiven Regelungen zur Förderquote ausgenommen, aber auch die Fracking-Industrie in den USA dürfte frohlocken. Es lag im originären Interesse einiger Öl-Nationen, den Ölpreis deutlich nach oben zu befördern, um den eigenen Haushalt wieder auf solide Füße zu stellen. Hier ist natürlich Saudi-Arabien zu nennen, aber auch Norwegen oder Russland werden von den steigenden Preisen profitieren.

Nicht zu vernachlässigen ist jedoch die Fracking-Industrie in den USA: Diese rechnet sich nämlich nur ab einem bestimmten Preisniveau, sodass jeder US-Dollar, der mehr für ein Fass zu zahlen ist, ein Schritt in Richtung Rentabilität ist. Das läuft den Interessen Saudi-Arabiens zwar zuwider, von dort ging ja ursprünglich der Preiskampf aus, lässt sich aber wohl nicht mehr vermeiden. Der drastische Einbruch im Ölpreis hatte dem Königreich schwer zugesetzt, auch wenn dieser Preis bewusst gezahlt wurde, um die Fracking-Konkurrenten auszubluten – das hat nur zum Teil funktioniert.

Erste Prognosen korrigiert – Seitwärtsbewegung auf höherem Niveau

Mit der OPEC-Einigung sprang Brent von 47 auf über 54 US-Dollar je Fass, WTI immerhin von 45 auf mehr als 51 US-Dollar je Barrel. Ein Abflachen der Kurven ist bereits zu beobachten, aktuell notiert Brent bei 53 US-Dollar für das Fass und WTI unter 51 US-Dollar für das Fass. Bob Minter, der als Stratege für Aberdeen Asset Management arbeitet, sieht künftig den Ölpreis in einem Preiskorridor von 50 bis 60 US-Dollar je Barrel und begründet den damit verbundenen weiteren Anstieg mit einer besonderen Leistung der OPEC-Länder: Sie konnten Russland in ihre Regelungen einbeziehen, was das Renommee des Öl-Kartells wieder gestärkt hat. Goldman Sachs erwartet für WTI einen Preis von rund 55 US-Dollar für das Fass, Morgan Stanley Bewegungen von 50 bis 60 US-Dollar je Barrel – sollten die OPEC-Länder sich wirklich an ihre Festlegungen halten. Bislang war die Disziplin eher mangelhaft, es bleibt also abzuwarten, wie effektiv sich Saudi-Arabien hier durchsetzen kann.