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Ölpreise mit leichter Erholung – die Spielchen der Öl-Nationen

28 Juli 2017

Derzeit gibt es wenige Impulse auf dem Ölmarkt, die Erholung zur Wochenmitte haben die potenziellen Käufer wohl verschreckt. Während einige Experten eine Trendwende ausmachen, warnen andere hingegen vor verfrühter Euphorie.

Gesunkene US-Lagerbestände treiben Ölpreise nach oben

Schon die Prognose der API, die einen Bestandsrückgang um mehr als zehn Millionen Barrel vorhersagte, ließ die Ölpreise der Sorte Brent um rund vier Prozent klettern, die Marke von 50 US-Dollar für das Fass wurde zurück erobert. Zwar waren es dann nur reichliche sieben Millionen Barrel, um die die US-Rohölbestände geschrumpft sind, allerdings ist der Rückgang im Verhältnis zur leicht anziehenden US-Nachfrage nach Ölprodukten doch gravierend. Trotzdem ist eine Trendwende eher unwahrscheinlich, denn die Erholung wird nicht als nachhaltig eingeschätzt – die globalen Lagerbestände sind immer noch immens.

Vor allem die enormen Risiken einer exorbitanten Produktionsausweitung in den Vereinigten Staaten dürfen nicht außer Acht gelassen werden: Steigen den Ölpreise weiter, dürfte der Ausstoß nochmals kräftig wachsen – allen Umweltproblemen zum Trotz. Die Wirtschaftlichkeit der Förderquellen hängt jedoch vom Preisniveau ab, trotzdem wird nicht erwartet, dass die US-Ölindustrie ihre Förderung zurückfährt, sollte der Ölpreis wieder fallen. So spielt die OPEC und allen voran Saudi-Arabien die Hauptrolle in diesem Stück: Mit einer Kürzung der Öllieferungen in die Vereinigten Staaten wird der dortige Lagerabbau beschleunigt, was die Preise naturgemäß kurzfristig steigen lässt.

OPEC als Zünglein an der Preis-Waage

Die USA importierten demnach in der 28. Kalenderwoche nur 524.000 Barrel pro Tag aus Saudi-Arabien, dieses niedrige Niveau war zuletzt im Juni 2010 erreicht worden. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr wurden noch täglich 1,15 Millionen Barrel im Schnitt eingeführt. Insgesamt will Saudi-Arabien im Monat August nur 6,6 Millionen Barrel pro Tag exportieren, das sind rund eine Million Barrel täglich weniger als im Vorjahreszeitraum. Selbst die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait wollen auf die Bremse treten, um das Preisniveau Schritt für Schritt nach oben zu treiben.

So ist es leicht zu erklären, dass die Sorte Brent in den letzten Tagen auf die aktuellen 51,55 US-Dollar je Barrel und WTI auf fast 49 US-Dollar für das Fass ansteigen konnten. Wie die Ölpreise sich weiter entwickeln, hängt von den großen Kontrahenten ab: Wird Saudi-Arabien weiter drosseln, dürften sich die Schieferölproduzenten in den USA die Hände reiben: Sie erobern so ganz leicht neue Marktanteile. Ein nachhaltiger Anstieg der Ölpreise ist also nicht in Sicht, im Gegenteil.