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Rohölpreise schwanken im Kampf der widersprüchlichen Impulse

7 Oktober 2017

Nach einem Anstieg der Ölpreise Ende September ging es wieder bergab: Brent notiert aktuell bei knapp 56 US-Dollar für das Fass und WTI weiterhin unter 50 US-Dollar je Barrel – der Konjunkturoptimismus kämpft mit steigenden Fördermengen.

Hohe Förderquoten setzen Ölpreis unter Druck

Trieben die positiven US-Konjunkturdaten die Ölpreise zunächst um rund zwei Prozent in die Höhe, sehen sie sich immer wieder gegenläufigen Einflüssen ausgesetzt. Selbst die stärkste Kauflaune konnte den erstmals seit September fallenden Notierungen nichts entgegensetzen. Die Fördermengen stiegen nämlich sowohl in den USA als auch in OPEC-Ländern – und das trotz der grundsätzlichen Bereitschaft, die Russland und Saudi-Arabien in Bezug auf eine deutliche Verlängerung der freiwilligen Kürzungen der Förderquoten signalisiert hatten.

Die Erwartungen, dass diese Aussagen den Ölpreis mittelfristig stabilisieren könnten, hat sich bislang nicht erfüllt. Allerdings bleibt abzuwarten, inwieweit die engere Zusammenarbeit der beiden Staaten auf den Iran-Konflikt befeuern wird: Russland steht an der Seite des isolierten Irans, der ohnehin noch Gegenstand einiger Diskussionen ist. So muss sich US-Präsident Trump innerhalb der nächsten Tage dazu äußern, wie er die Situation in Bezug auf das Atomabkommen einschätzt. Im Ernstfall würde der US-Kongress wiederum die Sanktionsspirale in Gang setzen. Nicht aus dem Auge zu verlieren ist das Referendum zur Unabhängig Kurdistans, das die gesamte Situation im Nahen Osten weiter verschärfen könnte.

Wetter könnte Verknappung verursachen

Von den geostrategischen Risiken ganz unabhängig formiert sich ein neuer Wirbelsturm, der wahrscheinlich in Richtung der Fördergebiete vor der US-amerikanischen Südküste ziehen wird. „Nate“ hat schon im Vorfeld dafür gesorgt, dass einige Ölplattformen im Golf von Mexiko vorsichtshalber geschlossen wurden. Vorgänger „Harvey“ hatte verheerende Schäden und damit gravierende Ausfälle in der US-amerikanischen Ölindustrie angerichtet. Damit könnte sich das Angebot wiederum verknappen, was den Ölpreis wiederum nach oben treiben könnte.

Bislang zeichnet sich jedoch bevorzugt bei der Sorte Brent ein weiteres Aufwärtspotenzial ab, sollte die Marke von 55,50 US-Dollar je Barrel nicht nachhaltig unterschritten werden. Bei einem Anstieg auf über 57,20 US-Dollar je Fass wären in der Folge auch 58,20 US-Dollar je Barrel möglich. Sollte Brent jedoch unter 54,90 US-Dollar je Barrel fallen, dürfen sich sowohl die Autofahrer als auch die Heizöl-Tanker hierzulande wieder freuen, denn dann werden Ölpreise auch unter 53 US-Dollar je Fass wahrscheinlich. Die Impulse sind derzeit also widersprüchlich, einerseits spielt das Wetter in den USA eine große Rolle, andererseits die Einhaltung der Förderkürzungen – beim Ölpreis ist jetzt alles möglich.