Home » oelpreis-news

Ölpreise: Situation bleibt angespannt – Preise weiter unter Druck

10 Februar 2020

Der Trend zeigt weiter nach unten, da konnten auch die leichten Gewinne in der letzten Handelswoche nicht darüber hinwegtäuschen. Sie hatten ohnehin keinen Bestand – und eine Änderung ist derzeit nicht in Sicht.

Fehlende Nachfrage: Nicht nur der Corona Virus drückt die Preise

Schon am Freitag gaben die Ölpreise wieder nach, zu Beginn der neuen Handelswoche setzt sich der Trend fort: Die Sorte Brent kostet aktuell gerade einmal 54 US-Dollar je Barrel, das Fass WTI ist für weniger als 50 US-Dollar zu haben. Bereits seit fünf Wochen fallen die Preise für Öl somit – und das nicht ohne Grund. Sowohl aus Europa als auch aus Asien wird deutlich weniger Öl nachgefragt. Dazu tragen vor allem die schwachen Kennzahlen in puncto Industrieproduktion bei, insbesondere Daten aus Deutschland, Spanien und Frankreich verstärken die Befürchtungen. Aber auch China bereitet den Märkten Sorge.

Aktuell wird von Bloomberg berichtet, dass die Leistungen der Raffinerien in China um rund 15 Prozent zurückgegangen sind – im Vergleich zur Auslastung vor dem Ausbruch des Corona Virus. Es sollen zwischenzeitlich mehr als 40.000 Menschen allein in China infiziert sein, über 900 Infizierte sind auf dem chinesischen Festland bereits gestorben. Der Höhepunkt ist offenbar noch nicht erreicht, sodass Prognosen ausgesprochen schwierig sind. Fakt ist, der Krankheitsverlauf beeinträchtigt die Weltwirtschaft.

Fokus auf OPEC: Wie wird der Rohölverbund reagieren?

Es liegt wohl die Expertenempfehlung vor, dass die OPEC-Staaten und deren Partner Ihre Fördermengen weiter kürzen sollten – und zwar um 600.000 Fässer täglich. Ein Expertengremium des Verbundes hat dies als ebenfalls im Rahmen einer Beratung zur aktuellen Entwicklung konstatiert. Mit Saudi-Arabien dürfte sich auch das dominierte OPEC-Mitglied dafür einsetzen, allerdings stehen andere und durchaus wichtige Förderstaaten, wie zum Beispiel Russland, einer zusätzlichen Kürzung kritisch gegenüber.
Schon in der Vergangenheit wurden die Beschlüsse der OPEC von einigen der eigenen Mitglieder nur teilweise oder gar nicht umgesetzt. Der Markt blickt deswegen gespannt darauf, ob kurzfristig ein Treffen der relevanten Ölminister stattfindet und welche Maßnahmen dann ergriffen werden sollen. Die Skepsis ist groß, denn den Worten müssten dann auch entschlossene Taten folgen.

Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass der Ölpreis so stark unter Druck gerät. Für die Autofahrer bringt dies jedoch ebenso eine finanzielle Erleichterung wie für die Betreiber von Ölheizungen. Dabei lässt sich jedoch festhalten, dass die extrem niedrigen Preise, die derzeit am Markt aufgerufen werden, sich doch nur relativ gering auf die Verbraucherpreise auswirken.