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Ölpreise stabiler: Ist das die Ruhe vor dem Sturm?

11 Februar 2019

Die nur moderat gestiegenen US-Bestände gaben dem Ölpreis wieder Auftrieb, hatte die API doch höhere Zuwächse prognostiziert. Das dicke Ende könnte aber noch folgen – und zwar von Seiten der OPEC.

US-Daten: API-Prognosen nicht bestätigt

Die US-Rohölbestände sind laut US-Energieministerium in der letzten Woche zwar gestiegen, aber nur um 1,3 Millionen auf 447,2 Millionen Barrel und damit nicht in dem Maße, wie von der API im Vorfeld erwartet worden war. Die Bestände an Benzin und Destillaten haben ebenfalls zugelegt, nämlich um 500.000 Fass und um 2,3 Millionen Fass. Trotzdem lag die US-Nachfrage nach Produkten aus Öl zwei Prozent über der des Vorjahreszeitraumes, während die Rohölproduktion sich weiterhin auf einem Niveau von 11,9 Millionen Barrel täglich bewegt.

Die API hatte deutlich höhere Zuwächse erwartet, was den Ölpreis zur Mitte der Woche unter Druck gesetzt hatte: Brent war unter die Marke von 62 US-Dollar je Barrel gesackt, WTI unter 53 US-Dollar für das Fass. Allerdings setzte mit der Meldung des US-Energieministeriums eine leichte Gegenbewegung ein. Ein weiterer Grund dürfte die Erwartung gewesen sein, dass sich die Handelsbeziehung zwischen den USA und China entspannen könnte, US-Finanzminister Mnuchin soll in der nächsten Woche die Gespräche in Peking fortsetzen.

Ölpreis bleiben volatil – vorerst noch

Bislang scheint der Aufwärtstrend jedoch gestoppt – das könnte bald ein Ende haben: Russland und einige OPEC-Staaten stehen offenbar davor, sich auf den OPEC+-Pakt und damit strikte Förderkürzungen zu einigen. Saudi-Arabien und seine Verbündeten vom Persischen Golf wollen demnach formell Partner der unter russischen Führung stehenden Zehn-Länder-Gruppe werden. Fakt ist, sechs der wichtigsten Ölproduzenten sind nicht in der OPEC organisiert, nämlich Russland, China, USA, Kanada, Mexico und Brasilien. Diese Allianz würde demnach Kontrolle über mehr als die Hälfte des globalen Ölmarktes bedeuten – und damit auch den direkten Einfluss auf die Preise.

Allerdings haben sich schon die OPEC-Mitgliedsstaaten bislang nur schwer an die Kürzungsvorgaben gehalten. Ein weiteres Problem würde sich mit dieser Strategie eröffnen: Saudi-Arabien und Iran könnten sich weiter verfeinden, denn der Iran positioniert sich gegen die russische OPEC-Partnerschaft, um die Dominanz von Russland und Saudi-Arabien zu untergraben. Es könnte sich also durchaus eine brisante Situation zusammenbrauen, sollte es zu dieser OPEC+-Allianz kommen, deren Ziel offenbar nach wie vor die Marke von 80 US-Dollar für das Fass Öl ist. Der Weg zu einer solchen Einigung ist aber mit Hürden gepflastert.