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Ölpreise: Stark gefallene Lagerbestände vs. globale Angebotseinschränkung

25 März 2019

Zum Ende der Handelswoche lässt sich konstatieren: Öl ist etwas teurer geworden, aber eben nur moderat. Nach den überraschend stark geschrumpften US-Beständen ist dies verwunderlich – zumindest auf den ersten Blick.

US-Lagerbestände sorgen für Überraschung

Am Mittwoch sorgte die Energy Information Administration für Aufsehen, als sie die um 9.6 Millionen Barrel auf knapp 440 Millionen Barrel gesunkenen US-Bestände an Rohöl vermeldet. Selbst die Benzinvorräte sind um 4,6 Millionen Barrel und die Bestände an Destillaten um 4,1 Millionen Barrel zurückgegangen – und das bei steigenden Quoten in Förderung und Raffinerien. Die Nachfrage ist in den USA gestiegen, im Durchschnitt der letzten vier Wochen konnte ein Plus von rund 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet werden. Experten hatten diese Entwicklung nicht vorausgesehen, da erfahrungsgemäß zu dieser Zeit im Jahr die Bestände steigen.

Zunächst reagierten die Ölpreise auf diese Meldung, allerdings hielt die Aufwärtsbewegung nicht lange an: Die Sorte Brent durchbrach die Marke von 68 US-Dollar je Barrel, hat seither aber diese Gewinne wieder abgegeben und notiert aktuell bei 67,50 US-Dollar für das Fass. WTI stieg auf deutlich über 60 US-Dollar je Barrel, diese Marke musste aber wieder aufgegeben werden, aktuell kostet ein Fass WTI 59,71 US-Dollar. Insgesamt legen die Ölpreise aber leicht zu, auch sich wenn zum Ende der Handelswoche eine leichte Korrektur bemerkbar macht.

Globales Angebot: OPEC-Kürzung zeigen Wirkung

Ein Blick über die Grenzen der USA hinaus zeigt eine widersprüchliche Situation: Die OPEC-Kürzungen greifen, das globale Angebot ist eingeschränkt. Allerdings scheinen die Sorgen um eine nachlassende Nachfrage um sich zu greifen, nicht zuletzt die von einigen Agenturen gemeldeten neuen Probleme zwischen den USA und China dürften dafür sorgen. Bloomberg meldete nämlich, dass die chinesische Seite einige US-Anliegen ablehnen. In dieses Bild passt auch die Ankündigung einer erneuten China-Reise des US-Finanzministers Mnuchin – und das schon in der nächsten Woche. Das Weiße Haus teilte demnach mit, dass die Gespräche dadurch auf einer höheren Ebene weitergeführt werden. Sollten diese Verhandlungen scheitern, dürften die Ölpreise deutlich reagieren – und umgekehrt.

Einen weiteren Impuls dürfte die FED mit ihrer Aussetzung der Zinsanhebung für 2019 gegeben haben. Insgesamt kühlt sich die Weltwirtschaft augenscheinlich ab, die Aktienmärkte reagierten prompt auf die FED-Ankündigung. Das stützt wiederum die These, dass die jüngste Erholung in erster Linie auf Aktienkäufe der Unternehmen zurückzuführen sei. Vor diesem Hintergrund eröffnet sich für die Ölpreise durchaus ein Abwärtspotenzial – nicht nur die deutschen Autofahrer würden sich freuen.