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Ölpreise: Steht ein kräftiger Anstieg bevor?

24 Februar 2017

In den letzten Stunden zogen die Ölpreise kräftig an, allerdings fehlen noch die eindeutigen Signale, die auf ein nachhaltig höheres Niveau schließen lassen. Mit 54 US-Dollar je Barrel für WTI und 56 US-Dollar je Barrel Brent stehen die Chancen jedoch gut.

Widersprüchliche Nachrichten – beim Ölpreis ist alles möglich

WTI testete die Marke von 55 US-Dollar für das Fass bislang vergeblich, die Gewinnmitnahmen setzten dem Aufwärtstrend regelmäßig ein Ende. Allerdings stiegen auch die Tagestiefs sukzessive, ein weiterer Preisanstieg ist also jederzeit möglich. Ähnlich gestaltet sich die Situation bei Brent, das Niveau liegt nur um zwei US-Dollar höher. Belastbare Prognosen sind jedoch nur schwer zu erstellen, denn die aktuellen Informationen widersprechen sich.

Auf der einen Seite ist der Markt nach wie vor skeptisch, ob die OPEC-Förderquoten überhaupt eingehalten werden. Schon in Bezug auf die eigenen Lagerbestände hat die OPEC die gesteckten Ziele nicht erreicht, denn ein Abbau konnte bislang nicht verzeichnet werden. Da helfen auch die Zusicherungen nicht viel, die Maßnahmen bei Bedarf über das erste Halbjahr hinaus ausdehnen zu wollen.

Auf der anderen Seite meldete das US-Energieministerium nämlich ansteigende Rohölbestände – und das im Gegensatz zum API: Innerhalb der letzten Woche wurde ein Zuwachs von 600.000 Barrel verzeichnet, was die Bestände über das in dieser Jahreszeit übliche Maß hinaus anwachsen ließ. Anders stellt sich die Situation bei Benzin dar, hier wurden 2,6 Millionen Barrel weniger registriert. Die Auslastung der Rohöl-Industrie liegt derzeit nur bei reichlich 84 Prozent, was nicht zuletzt der Wartungsphase geschuldet ist.

Prognosen: Seitwärtsbewegung auf etwas höherem Niveau wahrscheinlich

Ein Blick auf die Details lohnt sich immer: Der Anstieg der Lagerbestände erhält ein ganz anderes Gewicht, wird der massive Rückgang bei den Rohölimporten mit einbezogen. Diese wurden nämlich um 1,5 Millionen Barrel pro Tag zurückgefahren. Sollte der Import wieder anziehen, was wird dann mit den Lagerbeständen?

Während die Aktienmärkte implizieren, dass sich die US-Konjunktur positiv entwickelt, wurden hier doch die Ankündigungen der neuen US-Regierung schon eingepreist. Nicht zuletzt das Shiller-KGV schlägt bereits Alarm, dass eine kräftige Korrektur bevorstehen könnte, was sich zwangsläufig auch auf das Preisniveau für Öl auswirken müsste. Zunächst müssen also den vielen Ankündigungen Taten folgen – sowohl bei der OPEC als auch in der Wirtschaft. Bis hier nicht konkrete Ergebnisse vorgewiesen werden, bleibt eine drastische Erhöhung unwahrscheinlich – von den kurzfristigen und von Spekulationen verursachten Schwankungen einmal abgesehen.