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Ölpreise unentschieden – immer noch Überangebot vorhanden

6 Mai 2016

Da sind sie wieder, die Sorgen um den Ölpreis: Nach einem Zwischenhoch mussten beide Referenzsorten wieder deutlich nachgeben, nicht einmal die verheerenden Waldbrände in Kanada und der dadurch verursachte Produktionseinbruch konnten sich nachhaltig auswirken – die Aussichten sind durchwachsen.

Ölpreis kommt nicht vom Fleck – allen Katastrophen zum Trotz

Mit reichlich 47 US-Dollar je Barrel konnte Brent Anfang der Woche eine neue Marke setzen, WTI zog nach und kratzte die Marke von 46 US-Dollar für das Fass. Die Freude der Ölproduzenten währte nur kurz, Investoren nahmen ihre Gewinne mit und für die Ölpreise ging es zunächst wieder etwas bergab. Die Nachrichten von den gigantischen Waldbränden in Kanada, die auch die Ölsand- Produktion einbrechen ließen, gaben erneut Aufschwung, schließlich muss sich das Angebot verknappen – die beiden Referenzsorten bewegten sich wieder deutlich nach oben. Auch diese Erholung war nur von kurzer Dauer: Brent notiert aktuell unter 45 US-Dollar für das Fass, WTI sogar unter 43 US-Dollar je Barrel.

Natürlich spielt das enorme Überangebot, das wegen der fehlenden OPEC-Einigung nach wie vor den Markt flutet, eine entscheidende Rolle – zumal nun auch noch schwache Daten aus der US-Wirtschaft, aus China und auch aus Großbritannien gemeldet wurden. Die US-Lagerbestände wurden hingegen ausgebaut, die Ölproduktion insgesamt erreichte im April neue Höchststände. Ein weiterer Unruheherd braut sich in Russland zusammen: Dort sind Bestrebungen im Gange, eine eigene Referenzsorte auf den Markt zu bringen, um unabhängiger zu werden. Angesichts der Tatsache, dass die Russische Föderation im Moment auf verschiedenen Ebenen die Dominanz der US-amerikanischen Währung angreift, sollte mit Verschiebungen auf dem Öl-Markt gerechnet werden.

Gewinnmitnahmen verstärken Druck – keine klaren Signale erkennbar

Angesichts der Gemengelage ist es nur nachvollziehbar, dass Rohstoff-Spekulanten ihre Gewinne realisieren und so den Ölpreis weiter unter Druck setzen: Die Unterstützungslinien beide Referenzsorten wurden bereits nach unten gerissen, nun bleibt nur abzuwarten, ob sich eine Gegenbewegung etablieren kann. Die Verbraucher wird es freuen, denn die Benzinpreise hatten jeden noch so kleinen Preisanstieg beim Rohöl direkt mitgenommen – umgekehrt fällt die Beteiligung eher begrenzt aus.

Für die Ölproduzenten ist noch keine deutliche Erholung abzusehen, auch wenn einige Fracking-Unternehmen in den USA ihre Produktion wieder aufgenommen haben. Gerade hier entsteht aber der Teufelskreis: Die hohe Förderquote, die zumindest für Einnahmen sorgen soll, verursacht auf der anderen Seite auch den Preisdruck. Solange keine kräftigen Impulse aus der Wirtschaft kommen, wird sich an dieser Situation auch nichts ändern.