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Ölpreise vorerst seitwärts – neue Impulse gefragt

30 Juli 2019

Die Ölpreise tun sich schwer, was die Autofahrer durchaus freuen wird: Die Korrektur von vor zwei Wochen konnte noch nicht wieder wettgemacht werden – Brent bleibt unter 64 US-Dollar für die Fass, WTI knapp unter 57 US-Dollar je Barrel.

Risiken und Chancen halten sich die Waage

Zum Ende der letzten Handelswoche konnten sich die Ölpreise nach turbulenten Tagen und einem Verlust von rund 6 US-Dollar je Fass wieder etwas stabilisieren, diese Entwicklung hält weiter an. Es sind vor allem die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und die in der Vorwoche stark zurückgegangene Rohölbestände in den USA, die die Ölpreise unterstützen. Wie gemeldet wurde, will Großbritannien eine maritime Eingreiftruppe aufstellen, um die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr zu sichern.

Ausschlaggebend dürfte die kürzlich vorgefallene Auseinandersetzung zwischen einem unter britischer Flagge fahrenden Tanker und iranischen Revolutionsgarden gewesen sein. Bislang verweigert Teheran die Freigabe, was die Bereitschaft für die Mission erhöhen soll. So wird aktuell nicht nur in den USA diskutiert, sondern auch in Japan, Südkorea, Frankreich, Australien und in Deutschland. Erstaunlich ist die Ruhe, die die Marktteilnehmer angesichts der drohenden militärischen Eskalation an den Tag legen, schließlich ist die globale Ölversorgen derzeit alles andere als sicher.

Auf der anderen Seite sind die US-Rohölbestände innerhalb einer Woche um über zehn Millionen Fässer geschrumpft. Naturgemäß spielt die wetterbedingt niedrigere Förderquote dabei eine Rolle, wegen des Wirbelsturms Barry mussten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Angesichts der sich abschwächenden globalen Nachfrage fehlt gleichzeitig der entscheidende Druck, der die Ölpreise nach oben treiben könnte – auch wenn im Handelskonflikt zwischen den USA und China die Gespräche wiederaufgenommen werden sollen.

Die Aussichten: Ölpreise zunächst weiter seitwärts

Zunächst sind wohl keine deutlichen Impulse zu erwarten, da die Sorgen um die Konjunktur sich mit den Versorgungsrisiken aus Sicht der Marktteilnehmer offenbar aufheben. Aktuell können auch die Wirtschaftsdaten aus den USA und Deutschland nicht überzeugen, im Gegenteil, sie drücken auf den Ölpreis. In diesen wichtigen Volkswirtschaften drehen die Zeichen jedoch auf Rezession. Angesichts der aktuellen Diskussionen entwickelt sich nicht nur die deutsche Automobilindustrie zum Sorgenkind, auch wenn diese es regelmäßig in die Schlagzeilen schafft. Nun rückt der Handelskonflikt wieder in den Fokus, denn in dieser Woche wollen sich Vertreter der Streitparteien in Shanghai treffen. Von einem Kompromiss ist jedoch weit und breit nichts zu sehen, was die Hoffnungen in engen Grenzen hält. Autofahrer können also zumindest vorerst mit gutem Gefühl zur Tankstelle fahren.