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Ölpreise wieder im Sinkflug: Gestiegene Bestände und schlechte Stimmung sorgen für Druck

21 Oktober 2019

Ende der letzten Handelswoche konnten sich die Ölpreise selbst gegen gestiegene US-Rohölbestände behaupten – allerdings nicht lange: Die Tendenz zeigt wieder nach unten.

Mehr Rohöl in den Tanks – Bestand an Ölprodukten jedoch gesunken

Die Energy Information Administration meldete in der letzten Woche einen US-Rohölbestand von 434,9 Millionen Barrel – und damit 9,3 Millionen Barrel mehr als in der Vorwoche. Gleichzeitig sind jedoch die Bestände an Benzin um 2,5 Millionen Barrel und die an Destillaten um 3,8 Millionen Barrel gesunken. Genau dieser Umstand sorgte dafür, dass die Ölpreise trotz steigender Ölbestände leicht zulegen konnten – zunächst. Denn da gibt es noch immer den Handelsstreit zwischen den USA und China. Die Volksrepublik meldete für das dritte Quartal ein Wachstum von 6 Prozent des BIP, was den niedrigsten Wert sein 1992 markiert und ebenso wie die schwache Binnennachfrage auf die Streitigkeiten zurückzuführen sein dürfte.

Schwächelnde Nachfrage – schlechte Stimmung auf dem Ölmarkt

So ist die aktuelle Entwicklung der Ölpreise mehr als logisch: Zum Auftakt der neuen Handelswoche ging es wieder bergab: WTI musste die erst vor wenigen Tagen zurück erkämpfte Marke von 60 US-Dollar je Fass wieder aufgeben, aktuell notiert die Sorte bei weniger als 59 US-Dollar je Barrel. WTI hatte sogar Probleme, nicht unter 53 US-Dollar je Barrel zu fallen – aktuell kostet das Fass WTI 53,50 US-Dollar. Als Ursache wird hier die schlechte Stimmung verortet: Der Handelsstreit gerät zur unendlichen Geschichte, obwohl es nun weitere Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi im November geben soll. Zur Debatte steht offenbar ein Teil-Deal.

Ob diese Gespräche allerdings angesichts der Meldung, dass China gegen die USA Vergeltungssanktionen ins Auge fasse, unter einem guten Stern stehen, bleibt dahingestellt. Die chinesische Seite macht geltend, dass die USA einen Entscheid der Welthandelsorganisation WTO missachtet haben. Das Volumen der Sanktionen: 2,4 Milliarden US-Dollar. Als Bedingung zur Abnahme größerer Mengen US-amerikanischer Landwirtschaftsprodukte erwartet China nun die Aufhebung der US-Handelszölle. Unter dem Strich heißt das: Kommt es zu keinem Deal zwischen den beiden Parteien, wird eine weitere Abschwächung der Weltwirtschaft die Folge sein.

Vor diesem Hintergrund geraten die Diskussionen um weitere OPEC-Förderkürzungen fast ins Hintertreffen: Soll aufgrund des Überangebotes ein weiterer Preisverfall gestoppt werden, müssen sich die Mitgliedsländer auf eine künstliche Senkung des Angebotes einigen. Allerdings hat schon Russland für September gemeldet, dass es sich nicht an die Vereinbarungen gehalten habe, Saudi-Arabien und Kuwait wollen ein gemeinsames Ölfeld wieder in Betrieb nehmen. Alles in allem könnten für deutsche Autofahrer recht entspannte Zeiten anbrechen.