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OPEC: Ölpreis wird wohl weiterhin niedrig bleiben

11 Dezember 2015

Wie Bijan Namdar Zanganeh, der iranische Ölminister, die OPEC-Sitzung von letzter Woche zusammenfasste, macht von nun an jeder Mitgliedsstaat in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), was er will. Von einer Begrenzung der Öl-Fördermenge kann gar keine Rede sein, der Ölpreis sackte prompt auf das Niveau von 2009 ab – eine Besserung ist nicht in Sicht.

Es bleibt beim Überangebot – Ölpreis auf Rekordtief

Sie war mit Spannung erwartet und von markigen Sprüchen begleitet worden, die Sitzung der OPEC am letzten Freitag sollte die Trendwende im Ölpreis einleiten. Weit gefehlt: Die Vertreter der Mitgliedsländer einigten sich darauf, sich auf keine Begrenzung der Öl-Fördermenge einigen zu können oder zu wollen. Sehen einige Experten darin das Ende der OPEC, empfiehlt sich ein Blick auf die bisherige Vorgehensweise. Die Beschlüsse, sich auf bestimmte Förderquoten zu beschränken, gingen mit Täuschungen, Tricks und endlosen Diskussionen einher – um am Ende auf dem Tisch von Saudi-Arabien zu landen. Dort wurde vereinbarungsgemäß gedrosselt – der Rest förderte nach Gutdünken weiter.

Das nun belegte Eingeständnis, dass sich keiner der Mitgliedsstaaten mehr an irgendwelche Vorgaben gebunden sieht, könnte demnach auch der Neustart sein: Nun kommen alle Karten auf den Tisch, denn nicht alle der bei der OPEC am Tisch Sitzenden werden weitere sechs Monate bei den aktuellen Ölpreisen durchhalten. Sollte dann endlich Vernunft einkehren, könnten die Saudis mit einem Vorschlag zur Förderbegrenzung auf offene Ohren stoßen – und endlich zu einer konstruktiven Öl-Politik finden.

Preise bleiben vorerst auf diesem Niveau

Autofahrer und Öl-Heizungsbetreiber werden sich freuen: Es sind keinerlei Impulse am Horizont auszumachen, die den Ölpreis nach oben befördern könnten: Die Nachfrage aus der Wirtschaft bleibt schwach, was nicht zuletzt den schwächelnden Schwellenländern, aber auch den energiesparenden Technologien in den Industrienationen geschuldet ist. Gleichzeitig sind die strategischen Reserven aufgefüllt und die Ölförderung läuft unvermindert fort. Das iranische Öl wird zwar noch etwas auf sich warten lassen, zu groß ist der Investitionsbedarf in die Infrastruktur, als dass es jetzt schnell mit einem gravierenden Markteintritt funktionieren könnte – aber es wird kommen. Nach der OPEC-Meldung vom letzten Freitag sackte der Ölpreis für beide Sorten kräftig durch, rund 5 US–Dollar verloren sowohl Brent als auch WTI pro Fass. So sehen wir uns derzeit mit einem Brent-Öl-Preis von unter 40 US-Dollar pro Barrel konfrontiert, während WTI gerade einmal um die 37 US-Dollar pro Fass kostet – eine Änderung ist nicht in Sicht.