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OPEC schließt Steigerung der Förderrate nicht aus

12 Juni 2015

Der Ölpreis hielt sich in den vergangenen Wochen relativ stabil. Es gab sowohl beim Brent Crude als auch beim amerikanischen Pendant, dem WTI (Western Texas Intermediate) preistechnisch kaum eine Veränderung. Jedoch wurden die Hoffnungen auf einen weiter steigenden Ölpreises gebremst, denn das Kartell OPEC gab bekannt, seine Fördermenge nicht zu verringern. Im Gegenteil, die Saudis setzen auf einen Verdrängungswettbewerb und haben den teuren Fördermethoden wie Fracking den Kampf angesagt. Aktuell notiert die Nordseesorte Brent Crude mit 65,28 US Dollar an den Börsen, während der amerikanische WTI mit 60,23 US Dollar gehandelt wird.

OPEC Sitzung endet mit Paukenschlag

Diese Woche war es wieder soweit, die OPEC Staaten traten zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammen, um ihre Strategie für die nächsten Monate festzulegen. Im Gegensatz zur letzten Sitzung war die Stimmung äußerst gelöst, kein Wunder, denn der Ölpreis konnte zuletzt um 20 US Dollar zulegen. Beim OPEC-Gipfel beschlossen die Länder diesmal geschlossen, dass die Förderquote nicht gesenkt wird. Diesmal stimmten auch die armen OPEC Länder wie Venezuela oder Nigeria für diese Maßnahme. Diese hatte der geringe Ölpreis in den letzten sechs Monaten besonders hart getroffen.

Dass die Förderquote nicht gesenkt wird, war für die meisten Analysten keine Überraschung. Jedoch gab die OPEC bekannt, ihre Förderquote zu erhöhen. Dies ist bereits geschehen, statt den üblichen 25 Millionen Barrel täglich, förderten die OPEC Staaten im Mai satte 30 Millionen Barrel. Dieses Niveau wollen die Staaten in den nächsten Monaten halten. Das ist eine klare Kampfansage an die teuren Ölsorten. Der Ölpreis hat gerade ein Niveau erreicht, welches die Fördermethoden Fracking und die teuren Bohrinseln der Nordsee noch rentabel dastehen lassen. Experten sprechen hier von einem Ziel-Preis, der bei mindestens 60 US Dollar liegen muss. Zudem gab der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi bekannt, dass es keine signifikanten Preiserhöhungen geben werde. Im Zweifel wird die OPEC ihre Förderquote weiter erhöhen. Wörtlich gab er zu Protokoll „Ein Ölpreis um die 100 US Dollar ist Geschichte“. Die OPEC meint es ernst und setzt somit vor allem die USA unter Druck, denn hier wurden Milliarden in neue Abbaufelder investiert.

Zusätzlich gibt es immer noch ein großes Überangebot am Markt bei gleichzeitig sinkender Nachfrage. Es ist demnach fast auszuschließen, dass der Ölpreis seinen Aufwärtstrend fortsetzt. Demnach können spekulative Rohstoff-Anleger jetzt bereits auf einen Abwärts- oder Seitwärtstrend setzen.

Heizöl und Kraftstoff

Die News der OPEC könnten auch die Kraftstoff und Heizölkurse drücken. Jedoch steht dem ein sehr schwacher Euro gegenüber. Sollte es wirklich zum Austritt Griechenlands aus dem Euro kommen, dann wird dieser weiter fallen. Zudem wird eine Zinserhöhung in den USA erwartet, welches den Euro ebenso an Boden verlieren lässt. Bleibt abzuwarten, welche Bewegung größere Auswirkung auf die Kraftstoff und Heizölpreise auslöst.