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OPEC-Staaten uneinig – Ölpreis weiter unter Druck

30 November 2014

Diese Woche waren die Augen der Rohölhändler ausschließlich auf Wien gerichtet. Denn dort fand am Mittwoch dem 28.11.2014 das Treffen der OPEC-Staaten statt. Viele Analysten waren der Meinung, dass das zerstrittene Kartell seine Fördermenge drosseln würde, um den Ölpreis zu stützen. Diese Analysten hatten sich jedoch geirrt, denn die OPEC wird weiterhin 30 Millionen Barrel täglich fördern. Somit rutsche sowohl der europäische Brent Crude als auch sein amerikanischer Ponton der WTI weiter ab. Aktuell wird die amerikanische Sorte Western Texas Intermediate (WTI) mit 69,05 US Dollar gehandelt. Der Brent Crude hält sich noch über der 70 US Dollar Marke und kostet aktuell 72,78 US Dollar.

Zerstrittene OPEC-Staaten können sich nicht einigen

Die OPEC besteht aus zwölf Mitgliedsstaaten und war in den 70er Jahren die fast eine Monopolstellung auf dem Rohölmarkt. Heute fördern die Staaten immer noch 30 bis 40 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls und haben somit einen großen Einfluss auf den Ölpreis. Bei Ihrer Sitzung in Wien hatte das Kartell es nun in der Hand den Ölpreis, durch eine Reduzierung der Fördermenge zu stützen oder durch eine gleichbleibende Förderquote den Preisverfall zu beschleunigen. Sie entschieden sich die Förderquote weiter auf einem stabilen Niveau zu belassen. Besonders die kleinen Mitgliedstaaten wie Venezuela intervenierten heftig, konnten sich aber letztlich nicht durchsetzen. Zu groß waren die Meinungsverschiedenheiten. Zum einen wollten die Krisenländer Iran, Irak und Libyen von einer Reduzierung ausgenommen werden, um ihre marode wirtschaftliche Lage nicht weiter zu gefährden. Doch letztendlich setzen sich die reichen Golfstaaten durch und sorgten die Entscheidung.

Besonders hart trifft dies die russische Wirtschaft. Russland deckt 40 Prozent seines Haushaltes durch den Verkauf des schwarzen Goldes. Allein in diesem Jahr dürften den russischen Staat deshalb nicht weniger als 100 Milliarden US Dollar in den Kassen fehlen. Zudem verliert der russische Rubel im Windschatten des Ölpreises weiter an Wert. Er verlor seit Jahresbeginn gut ein Drittel seiner Kaufkraft.

Des einen Leid des anderen Freud besagt ein altes Sprichwort. Denn es gibt auch Profiteure. Besonders die amerikanische Wirtschaft zieht ihren Nutzen aus dieser Situation. Durch den niedrigen Preis sinken die Produktionskosten und somit steigt der Gewinn.

Insbesondere Fluggesellschaften profitieren davon, viel von ihnen erlebten in den letzten Wochen einen regelrechten Boom an den Aktienmärkten. Allerdings gibt es auch einige Unternehmen, die durch den niedrigen Ölpreis Probleme bekommen. Dabei handelt es sich um die Fracking-Unternehmen, die vergleichsweise hohe Produktionskosten haben. Fällt der Ölpreis noch weiter, lohnt für sich diese die Gewinnung nicht mehr.

Für Anleger ist die momentane Lage leicht zu beurteilen. Es gibt ein sehr großes Angebot auf dem Markt bei gleichzeitig geringer Nachfrage. Somit wird der Preis auch in den kommenden Wochen weiter fallen.

Heizöl und Kraftstoff

An den Zapfsäulen machte sich der erneute Preisrutsch leider nicht bemerkbar, denn erneut konnte der US Dollar kräftig zulegen und gleicht den niedrigen Ölpreis mehr als aus. Trotzdem können Verbraucher ihre Tanks nun füllen, denn Heizöl das Heizöl nähert sich seinem Fünfjahrestief.